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Börsen zittern, Swissquote crasht

Marc Bürki ist ein Super-Unternehmer. Im Alleingang hat er in zwei Jahrzehnten mit der Swissquote die führende Schweizer Online-Börsenbank aufgebaut. Wert gestern Abend: 2,7 Milliarden.

Mehr als Cembra, halb so viel wie Vontobel. Top. Doch ebenfalls gestern zeigte sich, wie schwach Swissquote manchmal ist.

Die Börsen krachten leicht wegen Evergrande, dem hoffnungslos überschuldeten chinesischen Immo-Giganten. Befürchtet wird ein Domino-Effekt – UBS, CS und weitere Banken leiden.

Klar wollten die Swissquote-Kunden von den frühen Morgenstunden an handeln, Chancen nutzen, verkaufen. Doch das ging nicht.

Und meine Kryptos? (IP)

Stundenlang lag das System der Swissquote am Boden – zumindest teilweise. Die einen konnten sich nicht anmelden, andere kamen zwar hinein ins Online-Banking, doch dann blieben ihre Wertpapiere verschwunden.

Leer, keine Positionen, nichts zum Traden.

Zum wiederholten Mal versagt der Swissquote-Computer ausgerechnet dann, wenn sich die Märkte stark bewegen. Was ist da los?

Chef Bürki zeigt auf Yuh. Gemeint ist seine neue Mobil-App unter diesem Namen, welche die Swissquote kürzlich mit der Postfinance lanciert hat.

Eine Art Robinhood, made in Switzerland.

„Das System war eigentlich nicht unterbrochen, beziehungsweise man konnte zu jedem Zeitpunkt handeln“, so Bürki per SMS-Stellungnahme gestern Abend.

„Wir hatten jedoch zeitweise Probleme, hauptsächlich am Vormittag, und zwar mit der Bewertung und der Anzeige der Positionen – was … zugegeben wirklich ärgerlich ist.“

Schliesslich meinte der Swissquote-CEO: „Das Problem ist verbunden mit einer Inbetriebnahme einer neuen Version von der Yuh App.“

Crash-as-crash-can (Yuh)

Was einleuchtend klingt, hilft den betroffenen Kunden wenig. Diese liefen gestern Sturm – in langen Warteschlaufen. Löst endlich Eure Probleme, so der Ruf.

Schon früher verwies Bürki auf neue Releases, wenn sein Computer-System krachte. Das mag zutreffen – nützen tut’s der Klientel wenig.

Am gravierendsten war der 15. Januar 2015, als um halb elf am Morgen die Nationalbank ihre 1,20er Euro-Grenze aufgab und die Einheitswährung auf 90 Rappen absackte. Viele Swissquote-Kunden konnten nicht handeln.

Am Ende mussten sich Bürki und seine Swissquote einen zweistelligen Millionenbetrag ans Bein streichen. In England erhielten Kunden der Saxo, einer anderen Online-Traderin, rund um den Franken-Schock vom Ombudsmann recht.

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AUTOR

Lukas Haessig

DATUM

September 21, 2021

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