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Homburger Staranwälte: Covid-Sammelwut

Homburger ist in der Szene ein Name mit besonders viel Glanz. Die grösste Wirtschaftskanzlei auf dem Platz Zürich wird gerufen, wenns brennt. CS Spionage-Thriller, Basler KB Anlage-Betrug, US-Schwarzgeld-Affäre: Homburger, Help.

Ohne Zweifel die Star-Kanzlei. Diese machte sich nach der Zweiteilung des Bundesrats in gute Zertifizierte und fragwürdige Ungeschützte auf, ihren Kunden wie Banken, Versicherungen und vielen mehr beizustehen.

Dabei predit sie Wasser und trinkt Wein, wie ihr „Covid-Zertifikat am Arbeitsplatz“ zeigt, ein „Bulletin“, vor 10 Tagen verschickt, von 3 Partnern und einem Associate – der hats wohl verfasst.

Zertifikatspflicht im Job sei rechtlich Ok, falls man sich an den „Leitfaden des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO)“ halte, so die Homburger-Botschaft.

Wir sind auch ein Test-Center (IP)

Dort ist die Rede von „Möglichkeit“, dass Firmen von allen ein Covid-Zertifikat verlangen würden. Und weiter:

„Es handelt sich somit nicht um eine Zertifikatspflicht mit welcher der Zugang zum Arbeitsplatz auf Arbeitnehmende mit Zertifikat beschränkt wird, wie dies in anderen Bereichen gilt (Sport, Kultur…).“

Man spricht von „Light“-Version. Geimpft, genesen oder getestet gibt Zugang zum Büro.

Firmen könnten dies durchsetzen, wenn sie das Personal vorgängig dazu anhörten und das Zertifikat „beispielsweise dazu (nutzen würden), um den Zutritt zur Cafeteria zu limitieren, den Eintritt in bestimmte Sitzungsräume zu begrenzen, die Maskenpflicht für bestimmte Arbeitnehmende in gewissen Räumen aufzuheben“.

So weit klar. Homburger stützt sich genau auf diese Seco-Vorlage. Die drei Partner und ihr Helfer schreiben in ihrem „Bulletin“ zum besonders heiklen Punkt des Datenschutzes:

„Alle Zertifikatsprüfungen müssen den allgemeinen Grundsätzen des Datenschutzes, insbesondere dem Grundsatz der Datenminimierung, genügen.“

„Daher können die Arbeitgeber, sofern sie das (Standard-) Covid-Zertifikat nicht benötigen, von den Arbeitnehmern nur die Vorlage des Zertifikats ‚Light‘ verlangen, welches keine Gesundheitsdaten enthält.“

Zertifikat „light“ ohne Gesundheitsdaten – so die Anwälte, die pro Stunde bis zu 1’000 Franken verrechnen.

Bei sich selbst ist dann von „Leicht“-Version nicht mehr viel zu spüren.

Alle Homburger-Angestellten müssen geimpft oder genesen sein. Zum Beweis müssen sie ihr Handy unten beim Eingang im Prime Tower in Zürich hinhalten.

Wer nicht nicht qualifiziert, muss zwei Mal pro Woche in den 24. Stock. Dort warten am Morgen die Helfer der Hirslanden-Klinik. Testen, 15 Minuten warten, Mails prüfen, Resultat dem Empfang melden.

Bei negativ gut, bei positiv ab in Quarantäne.

Die Daten sind gesundheitsrelevant und werden von Homburger gespeichert. Man wolle wissen, wer welchen Status habe und wie lange das entsprechende Zertifikat noch gültig sei, bestätigt Senior-Partner Flavio Romerio.

„90 Prozent unserer Leute sind geimpft“, meint Romerio, „bei den Partnern sind es fast 100 Prozent.“ Man habe von Beginn an beschlossen, dass die „Gesundheit unserer Mitarbeiter oberste Priorität“ habe.

Wasser predigen, Wein trinken? Immerhin lässt Romerio heikle Gesundheitsdaten speichern – geimpft, genesen, nicht geimpft, wann Zertifiktatsablauf –, obwohl der „Grundsatz der Datenminimierung“ gelte.

„Nein, wir beschränken uns aufs Minimum. Jeder hat die freie Wahl, wir schliessen keinen aus, Tests zahlen wir“, so Romerio.

Laut einem Insider führten Romerio&Co. ihr Checkpoint Office ohne Rücksprache mit den Angestellten ein. Es habe null Konsultation gegeben, so die Auskunftsperson.

Das Problem: Es bestünden Zweifel, dass Homburger die heikle Datensammlung im Griff habe. Noch bis im Sommer seien beispielsweise die Qualifikationen aller Mitarbeiter im IT-System frei aufrufbar gewesen.

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AUTOR

Lukas Haessig

DATUM

September 23, 2021

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