Categories: Bonus, Inside Paradeplatz, News404 words1.5 min read

IHAG-CEO schmeisst seine Nummer zwei raus

Martin Keller trägt gepflegt Bart. Auch sonst scheint der neue IHAG-Chef zufrieden mit sich und der Welt. Falcon in den Abgrund gesteuert, was soll’s, jetzt bin ich wieder wo am Drücker.

Das ist offenbar derart angenehm, dass vom Tisch muss, was stört. Beispielsweise Kellers Stellvertreter in der Geschäftsleitung der von Waffenschmied Bührle gegründeten Bank.

Die Rede ist von der Nummer 2 der IHAG, Kellers Stellvertreter. Er ist Geschichte.

Verschwunden von der Webseite der Privatbank, ausradiert ohne den geringsten Ton, ohne Würdigung oder sonstige Anerkennung.

Als ob der Banker nie gewesen wäre.

Der Grund ist simpel – und beschämend: Der 61jährige Schweizer sitzt seit einem Monat auf Mallorca fest. Auf der spanischen Insel wartet er wie auf Nadeln auf sein Schicksalsurteil.

Auslieferung an Uncle Sam oder Heimreise in die Heimat, so die Frage. Falls die Spanier nicht Gnade walten lassen, erwartet den Ex-IHAG-Spitzenmann ein happiger Prozess in Übersee.

Hilfe zum Schwarzgeld-Verstecken, Beihilfe zu Geldwäscherei, alles im grossen Stil, über mehrere Jahre und Dutzende von Millionen Dollar.

Statt dem Banker in seiner schwersten Stunde beizustehen, kickt ihn IHAG-CEO Keller raus. Not my problem. Und die Erklärung eines Insiders? Es blieb gar keine Wahl.

Der Schwebezustand sei für beide Seiten untragbar geworden, so der Mann; dies habe weder dem Betroffenen noch der Bank geholfen.

Im Gegenteil: Wäre der Private-Banker weiter im IHAG-Kader geblieben, hätte das nur noch mehr Aufmerksamkeit auf Seiten der Häscher provoziert.

Wir, die Samariter, dank uns bleibst Du verschont von noch grösserer Unbill. Kannst dankbar sein.

Mag so sein. Das Signal der Trennung nach aussen ist aber ein anderes: hier die unschuldige Bank, da der verdächtige Banker.

Dabei war es die IHAG, die das Schwarzgeld-Business mit den USA auch nach dem Crash des Bankgeheimnisses im 2009 jahrelang weiter gepflegt hatte – wie viele andere Geld-Häuser Helvetiens auch.

Bank und Banker, beide hatten gemeint, man könne die vermögenden Amerikaner mit Flecken aus der Schwarzgeld-Ära weiter bedienen – und dabei dick kassieren.

Was nicht gut gehen konnte, endete im Schrecken. Bald landete nämlich die IHAG im Würgegriff der US-Justiz. Einzig mittels Millionen-Strafablass konnte sie sich daraus befreien.

Wir haben unsere Schuld getan, hiess es von da ab aus der Zentrale am Zürcher Bleicherweg.

Und der Banker, der auf Kaution im Inselparadies festsitzt und vor einem US-Richter landen könnte?

Not our problem. Tschüss, sorry.

Leave A Comment

AUTOR

Lukas Haessig

DATUM

September 24, 2021

SHARE
NEUE VIDEOS/AUDIOS

Ähnliche Beiträge