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Angezogene Daumenschrauben

Der russische Universalgelehrte Peter Kropotkin (1842 bis 1921) kritisiert in seinem 1902 erschienenen Buch „Gegenseitige Hilfe in Tier- und Menschenwelt“ die Thesen herkömmlicher sozialdarwinistischer Auffassungen und stellt dem Kampf ums Dasein das Konzept der gegenseitigen Hilfe gegenüber. Beide zusammen sieht er als Faktoren der Evolution. Die höher organisierten Lebewesen leben in Verbänden, Gruppen und Herden; in ihnen hat sich ein Herdeninstinkt herausgebildet, der mitunter die Arterhaltung über die Selbsterhaltung stellt. Diejenigen Lebewesen, die das Prinzip der gegenseitigen Hilfe umsetzen, würden erfolgreicher überleben.

In der Menschenwelt spielen soziale Gefühle und gesellschaftliche Verbundenheit sicherlich eine ebenso große Rolle wie der Wille zur Macht und der Eigennutz. Der Mensch ist der Hingabe und der Selbstaufopferung fähig. Nach den Erkenntnissen der naturwissenschaftlichen Tiefenpsychologie, die auf Kropotkins Forschungen aufbaut, ist der Mensch ein naturgegeben soziales, auf die Gemeinschaft der Mitmenschen ausgerichtetes Wesen. Vor ihm müssen wir keine Angst haben. Er möchte in Freiheit und Frieden leben, ohne Gewalt und Krieg — so wie wir alle. Assoziieren wir uns mit ihm, um als Spezies zu überleben.

François Rabelais (1494 bis 1553) war ein Schriftsteller der Renaissance, Humanist, Arzt sowie Pfarrer. Seine Maxime lautete: „Nicht nach Satzung leben, sondern nach eigener freier Wahl!“. Folgerichtig verweigerte er jede Autorität (2). Seine Worte und Lebenshaltung möchte man gerne auch heutigen Zeitgenossen nahelegen.

Derjenige erwachsene Bürger, der um die Entstehung seiner irrationalen Ängste, seiner Dämonenfurcht und seiner Autoritätsgefühle in der Kindheit weiß, wird sie eines Tages überwinden können.

Das absichtliche Schüren von Ängsten skrupelloser Herrscher wird er als bewährtes Disziplinierungs- und Herrschaftsinstrument durchschauen und den üblichen Reflex des absoluten Gehorsams nicht mehr zeigen. Auch freut er sich darauf, sich mit seinen Artgenossen zusammenzuschließen und mit ihnen zusammen zu wirken. Er hat dann keine Angst mehr vor ihnen.

Auch wird er Politiker nicht mehr als respektable Autoritäten ansehen und zu ihnen aufblicken wie ein Kind, ihnen nicht mehr leichtfertig die Macht übergeben und die Lösung der Menschheitsprobleme delegieren. Er bringt vielmehr den Mut auf, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen und seinem gesunden Menschenverstand zu vertrauen.

Eine große charakterliche Herausforderung wird es sein, sich von den Aubeutern des real existierenden Kapitalismus nicht korrumpieren zu lassen wie viele Politiker, Ärzte und Wissenschaftler. Es ist grässlich, was der Kapitalismus mit seinem Geldproblem, was dessen Ausbeutung mit dem Menschen macht. Das Geld vernichtet den Menschen, vernichtet die Beziehung, macht ihn korrupt. Es ist immer der Kampf um das Brot. Das Geld ist das kapitalistische Prinzip des Lebens. Würden wir dieses System aufgeben und eine Gemeinschaft bilden, wo das alles nicht in Frage kommt, dann gäbe es keine Ausbeuter, keine Kapitalisten, keine Kriege und keine Angst. Dann entstünde ein anderer Mensch.

Noch haben wir die Wahl, doch die Falle schnappt bald zu: Entweder entscheiden wir uns für die uneingeschränkte Solidarität mit den Aufklärern und freien Geistern, oder wir entscheiden uns für die Gewalt, das heißt für die staatliche Gewaltherrschaft nach der Devise „Teile und herrsche“.

In einem neueren Artikel prangert der US-amerikanische Schriftsteller C. J. Hopkins die totalitären Coronamaßnahmen scharf an und sieht den Westen auf der Straße in den Totalitarismus. Beendet wird der Artikel mit der Aufforderung:

„Entscheiden Sie sich für eine Seite … jetzt … oder es wird eine Seite für Sie gewählt“ (3).


Quellen und Anmerkungen:

(1) https://www.globalresearch.ca/bastille-2-0-real-regime-change-building-protest-resistance-against-covid-19-agenda/5758805

(2) Hagen, Friedrich (1977). Jean Meslier oder ein Atheist im Priesterrock. Leverkusen und Köln, Seite 29

(3) https://www.freiewelt.net/nachricht/cj-hopkins-der-westen-ist-auf-der-strasse-in-den-totalitarismus-10085880

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Rudolf  Hänsel

Rudolf Hänsel, Jahrgang 1944, ist promovierter Erziehungswissenschaftler, ehemaliger Lehrer und Schulberater sowie Diplom-Psychologe mit den Schwerpunkten Klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie und Medienpsychologie. Er ist Buchautor sowie Autor von Fachartikeln zu den Themen Jugendgewalt, Mediengewalt und Werteerziehung.

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AUTOR

Rudolf Haensel

DATUM

November 17, 2021

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