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SRF unter Druck

Schweizer Radio und Fernsehen, kurz SRF, ist eine Macht. Ein Felsen. Ein Riese in der Schweizer Medienlandschaft.

Nun schwankt der Gigant. Erwischt wurde er auf dem falschen Fuss: bei seinen Online-Umfragen. Das kam gestern hier. Der Standpunkt traf einen offenen Nerv.

Schadensbegrenzung, sofort – so die Order von der SRF-Brücke. Die grossen Umfragen zusammen mit dem Meinungsforschungsinstitut gfs seien unmöglich zu manipulieren.

Headline statt Checks (IP)

„SRF und Tamedia weisen Vorwürfe zurück“, folgte das Branchenportal Persoenlich.com Leutschenbach, wo SRF seine Zentrale hat, und der Herausgeberin des Tages-Anzeigers und 20 Minuten.

Das Problem: Der Konter zielte am Vorwurf vorbei. Ein KMU-Informatiker hatte mit Programmierung eine Online-Umfrage mit einem Zwischenstand von 62 zu 38 Prozent ins Gegenteil verkehrt.

Die SRF-Leute merkten nicht nur nichts. Sondern sie publizierten sofort nach Umfrageschluss auf der Webseite von SRF eine grosse Story mit dem Resultat.

Es ging in der gestrigen Story also nicht um gfs-Umfragen, sondern um jene, welche SRF auf ihrer Webseite online durchführt. Diese wurden denn auch gesten sofort gestoppt.

Was ein klares Zugeständnis ist, dass die SRF-Oberen kalte Füsse haben, versuchten die SRF-Journalisten heute morgen mit ihrer Berichterstattung zu relativeren.

In der Flaggschiffsendung um sieben Uhr kam ausführlich ein gfs-Chef zu Wort. „Man muss unterscheiden“, meinte dieser. Bei Online-Umfragen sei grösste Vorsicht geboten.

Doch: Man habe 20 Jahre Erfarhurung. Die Umfragen seien sicher und korrekt. Auch er bezog sich aber auf die Telefon-Umfragen. Diese seien sicher, sie bildeten die Basis, um die Online-Ergebnisse zu verifizieren.

Smoke and Mirror, sagen die Engländer. Verwedeln, verwirren, ablenken. Der Punkt sind allein die Online-Umfragen, die von SRF und auch von Tamedia, wo das Manipulieren schwieriger ist, aufgeschaltet werden.

Und die dann zu Berichten führen. Tamedia betonte, dass sie um die Gefahren wisse und deshalb keine Berichte gestützt auf Online-Umfragen publiziere.

SRF hat genau das getan. Ihre Schlagzeile „Ablehnung gegenüber weiteren Massnahmen: Von rund 55’000 Personen, welche an einer nicht repräsentativen Umfrage von SRF teilgenommen haben, lehnen satte 62 Prozent weitere Verschärfungen zur Eindämmung des Virus ab“, basierte auf total manipulierten Daten.

Das Gegenteil ist wahr – oder so (IP)

Der IT-Mann, der die Umfrage als Experiment in einer Nacht ins Gegenteil verwandelte, hatte beim SRF vorgängig interveniert und auf die Gefahr hingewiesen. Passiert ist nichts.

Gestern nun meldete der zuständige Chef vom Leutschenbach, man würde alle Online-Umfragen rund um politische Themen per sofort stoppen.

„SRF hat per sofort alle eigenen User-Votings zu politischen Themen gestoppt“, meinte SRF-Digital-Chef Alexander Sautter. Und weiter:

„Ebenfalls haben wir die im Artikel erwähnte Auswertung des Votings von der Website entfernt. Zudem überprüfen wir, ob und wie wir künftig solche Votings einsetzen und mit welchen Massnahmen wir sie besser vor möglichen Manipulationen schützen können.“

Heute früh kamen dann auf den SRF-Kanälen die jüngsten Umfrage-Werte. Ja zum Covid-Zertifikat, Ja zur Pflege-Initiative. Alles auf Kurs.

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AUTOR

Lukas Haessig

DATUM

November 17, 2021

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