Corona: Die Herrschaft der Lüge

Immer wieder muss ich in diesen Tagen an Alexander Solschenizyn denken. „Nicht mit der Lüge leben“, das war die Lebensmaxime des Sowjet-Dissidenten. Im Deutschland des Jahres 2021 ist die Lüge allgegenwärtig. Und wehe, man nennt sie beim Namen. Schon lange wollte ich genau zu diesem Thema einen Beitrag schreiben. Nun ist mir Markus Vahlefeld zuvorgekommen – für mich einer der klügsten Köpfe unserer Zeit, dessen Artikel und Bücher ich sehr schätze (etwa „Macht hoch die Tür – Das System Merkel und die Spaltung Deutschlands“). Ich freue mich sehr, dass mir Markus Vahlefeld erlaubt hat, seinen auf seiner Facebook-Seite erschienenen Text über die Allgegenwart der Lüge in Sachen Corona hier zu veröffentlichen. Voilà:

Ein Satz vorweg: Arnold Gehlen schrieb in seinem Buch »Moral und Hypermoral« folgende Sätze: „Teuflisch ist, wer das Reich der Lüge aufrichtet und andere Menschen zwingt, in ihm zu leben. […] Er verschüttet den letzten Ausweg der Verzweiflung, die Erkenntnis, er stiftet das Reich der Verrücktheit, denn es ist Wahnsinn, sich in der Lüge einzurichten.“ Das vorweggestellt sei von mir hinzugefügt: Ich bin erschüttert, mit welcher Vehemenz wir Bürger gezwungen werden, uns in der Lüge einrichten zu sollen. Noch erschütterter bin ich, mit welcher Sprache, mit welchen Begriffen, in welchem Ton die Herrschaft der Lüge installiert wird. Und damit meine ich ganz konkret: Weder sind die Ungeimpften die Feinde der Demokratie oder der Volksgesundheit, noch tragen sie Schuld an Lockdowns und Ausgehverboten. Wer das behauptet, kann sich nicht auf Polemik berufen, er ist schlicht ein Lügner.

Wir haben das Corona-Virus noch lange nicht verstanden. Wir wissen nicht, welche Maßnahmen die richtigen und zielführenden sind. So hat beispielsweise Großbritannien im Juli den Freedom-Day ausgerufen vor dem Hintergrund, dass Sommer und der Beginn der Ferien war, die Inzidenzen also durchaus in die Höhe schießen sollten, weil in den Sommermonaten keine erhöhte Gefahr von Corona-Todesfällen zu erwarten war. Es hätte auch anders kommen können, ist es aber nicht. Im Moment schießen die Inzidenzen auch wieder in Großbritannien in die Höhe, aber dennoch bleibt alles offen, keinerlei Maßnahmen werden ergriffen. Die Idee dahinter: Wenn wir mit dem Virus leben müssen, dann ist der Kontakt mit ihm unvermeidlich. Und wer im Sommer Kontakt mit ihm hatte, wird hoffentlich seine Abwehr gegen das Virus über den Winter retten können. Aber nochmals: vielleicht. Es kann genauso gut sein, dass Großbritannien in einigen Tagen oder Wochen in einen erneuten Lockdown geht. Übrigens ist die Impfquote in GB mit der in Deutschland durchaus vergleichbar.

Und noch ein Fun Fact für alle, für die die Ungeimpften die neuen Sündenböcke für alles sind: Gibraltar ist das Land/die Enklave mit den meisten Impfungen in Europa. Mehr als 99 % sind geimpft. Dennoch wurden soeben alle Weihnachtsmärkte und Feiern abgesagt. Weil die Inzidenzen in die Höhe schnellen (siehe hier). Auch das schreibe ich, um zu zeigen, wie hirnverbrannt, lügnerisch und schlicht böse die Behauptung ist, die Ungeimpften trügen Schuld an hohen Infektionszahlen.

Inzwischen wissen wir, dass die Infektiosität von Geimpften und Ungeimpften ähnlich ist. Das ist ja auch der Grund, warum Prof. Drosten ganz eindeutig darauf hingewiesen hat, dass es im Moment KEINE Pandemie der Ungeimpften ist. Hiermit an alle, die Prof. Drosten schätzen und ihm vertrauen: Nehmt ihn verdammte Hacke ernst auch in Aussagen, die dem Volksempfinden nach Schuldigen nicht entsprechen.

Das einzige wirklich valide Argument für die Impfung ist der Zustand der Krankenhäuser und ihrer möglichen Überlastung. Auch macht es in Anbetracht des Umstands, dass die betroffenen Gesellschaften zu einem halbwegs kontrollierten Kontakt mit dem Virus übergegangen sind, Sinn, sich impfen zu lassen, denn vermehrter Kontakt kann zu Krankheitsausbrüchen führen. Und Covid ist scheiße und kann böse und tödlich enden. Aber die Entscheidung zur Impfung ist eben keine „solidarische“, sondern eine individuelle. Dass das Gesundheitswesen in Deutschland das letzte Jahr mit Milliarden zugeschissen wurde und trotzdem die Intensivbettenzahl eklatant gesunken ist, sollte man – so viel Fairness muss sein – nicht den Ungeimpften anlasten.

Die Zahlen des RKI zeigen deutlich, dass in der Altersgruppe ab 50 Jahren Todesfälle statistisch relevant werden. Die Altersgruppen darunter – vor allem die unter 30 Jahren – sind von COVID nicht betroffen. Wenn also Impfungen Sinn machen, dann machen sie für die Alten einen eklatanten Unterschied. Ich gehe sogar davon aus, dass dort die Nebenwirkungen hinter der Schutzwirkung zurückstehen. Wer jedoch die Altersgruppe bis 40 Jahre durchimpfen will, fordert dies in Anbetracht einer Nebenwirkungshäufung, die man nicht einfach wegwischen sollte.

Die WHO zählt seit Jahren schon die Fälle von Impf-Nebenwirkungen. Die Impfung mit den bisher meisten Nebenwirkungen war die Grippe-Impfung, die in den 53 Jahren ihrer Verabreichung zu weltweit 272.202 (Stand 12. November) aufgezeichneten Nebenwirkungen geführt hat. Die Covid-Impfung gibt es seit knapp einem Jahr. In diesem EINEN Jahr wurden Impf-Nebenwirkungen verzeichnet, die fast um das Zehnfache höher waren als die der Grippe-Impfungen in 53 Jahren (2.457 Millionen). Das soll nicht bedeuten, dass die Covid-Impfung gefährlich ist oder von ihr abzuraten sei. Nur bedeutet es, dass diese Impfung Nebenwirkungen zeitigt, die mit den anderen Impfungen nicht ansatzweise vergleichbar ist. Man sollte das nicht leugnen oder unterschlagen, denn es wäre eine Lüge. Und man sollte Menschen, die sich vor diesen Nebenwirkungen fürchten, nicht zu Idioten stempeln. Punkt.

Indem Deutschland meint, jeden und alle impfen zu müssen, nimmt es denjenigen, die der Impfung wirklich bedürfen, die Kapazitäten zur Impfung weg. Das Mantra, dass nur 100 % Impfungen das Ende von Covid bedeuten würden, hat sich als falsch herausgestellt (s. Gibraltar). Warum es weiterhin gebetet wird, erschließt sich mir rational nicht. Vor allem aber: Die Durchimpfung aller (100 %) Menschen steht der Notwendigkeit im Weg, dass alte Menschen und die sogenannten vulnerablen Gruppen jetzt schnell die Winter-Boosterung in Anspruch nehmen können sollten. Menschen unter 50 nehmen den Alten und Kranken die Booster-Kapazitäten weg, obwohl sie überhaupt nicht gefährdet sind. Das ist Wahnsinn.

Und dann noch ein Wort an alle, die lauthals eine Impfpflicht fordern. Denkt es bitte zu Ende. Deutschland hat eine politische Vergangenheit, die zumindest Vorsicht in autoritären Maßnahmen nahelegen sollte. Eingriffe in die eigene Körperlichkeit waren Jahrzehnte lang verpönt. Sie erinnerten zu sehr an dunkle Zeiten. Maßvolles Handeln und vor allem maßvolles Sprechen war das Gebot des politischen Diskurses. Wie sehr das Maß abhandengekommen ist, könnt ihr hier in dem Beitrag „Prof. Dr. Zwangsvollstrecker“ von Henryk Broder erspüren. Ja, Henryk ist eine von der deutschen Vergangenheit verletzte Seele. Manchmal ist es für das eigene Herz sehr sinnvoll, die Stimme eines Verletzten zu hören.

Die Mutter aller Fragen mit Corona-Bezug lautet: Wie bringt man die „Impfverweigerer“ dazu, dass sie sich impfen lassen? Immerhin handelt es sich um 15 bis 16 Millionen Menschen, die allen Appellen bis jetzt widerstanden haben. Fast so viele, wie die DDR zuletzt Einwohner hatte. Und an dieser Stelle kommt ein „Verfassungsrechtler“ namens Albert Rudolf Christian Graf von Pestalozza ins Spiel: Wenn „Bußgelder und bei wiederholten Verstößen auch hohe Zwangsgelder“ die Impfverweigerer nicht zur Raison brächten, müssten härtere Mittel zum Einsatz kommen. Als „letzter Schritt“ auch „eine Zwangsvollstreckung“ derart, „dass jemand durch die Polizei dem Impfarzt vorgeführt wird“.

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Diejenigen, die selbst wenig haben, bitte ich ausdrücklich darum, das Wenige zu behalten. Umso mehr freut mich Unterstützung von allen, denen sie nicht weh tut!

Markus Vahlefeld, geboren am 18. Februar 1966 in Hongkong, ist ein deutschbritischer Buchautor und Publizist. Ich wurde auf Vahlefeld durch seine Bücher und Artikel aufmerksam; nach einem Treffen auf einer Feier bei gemeinsamen Freunden entwickelte sich ein freundschaftlicher intellektueller Austausch, den ich überaus schätze. Vahlefelds Bücher habe ich regelrecht verschlungen; sie gehören zum Besten, was über die aktuelle Situation in Deutschland zu lesen ist. Ich lege sie jedermann ans Herz. Besonders aktuell: Sein jüngstes Buch „Macht Hoch die Tür – Das System Merkel und die Spaltung Deutschlands“ mit einem Vorwort von Henryk M. Broder. Mehr dazu finden Sie auf seiner Internet-Seite (https://markus-vahlefeld.de). Ich war schon lange sehr erpicht darauf, einen von Vahlefelds brillanten Texten auf meiner Seite zu haben und freue mich sehr, dass er mir die Übernahme dieses fb-Posts von sich erlaubt hat.

Bild: Screenshot Tagesthemen

Text: gast

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AUTOR

Boris Reitschuster

DATUM

November 21, 2021

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