Lauterbach bringt selbst beim Zitieren von Hegel falsche Fakten

„Das gibt’s in keinem Russenfilm“, hätte man in der DDR gesagt. Und in der Tat ist es atemberaubend, mit welcher Geschwindigkeit sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach selbst zerlegt. Und wie die meisten – nicht alle – großen Medien ihn dabei schützen und den Mantel des Schweigens drüberlegen.

Freiheit sei die Einsicht in die Notwendigkeit, soll Georg Wilhelm Friedrich Hegel gesagt haben. Zumindest nach den Worten von Karl Lauterbach in der Bundestagsdebatte über die Impfpflicht diese Woche. Der Sozialdemokrat versuchte jedenfalls, den Philosophen bzw. sein vermeintliches Zitat für eine Rechtfertigung der Impfpflicht zu instrumentalisieren. Das ist dumm gelaufen: Denn Hegel hat das so nie gesagt, „und auch nicht gemeint in einem Sinne, in dem der Satz heute so gern zitiert wird“, wie jetzt die „Welt“ ausführt.

Aber es kommt noch schlimmer: Lauterbach geht damit einer Falschinformation von keinem Geringeren als dem Kommunismus-Übervater und Marx-Getreuen Friedrich Engels auf den Leim. Der war es, der das Zitat fälschlicherweise Hegel zuschrieb. In seinem „Anti-Dühring“ heißt es: „Hegel war der Erste, der das Verhältnis von Freiheit und Notwendigkeit richtig darstellte. Für ihn ist die Freiheit die Einsicht in die Notwendigkeit. ‚Blind ist die Notwendigkeit nur, insofern dieselbe nicht begriffen wird.‘ Nicht in der geträumten Unabhängigkeit von den Naturgesetzen liegt die Freiheit, sondern in der Erkenntnis dieser Gesetze, und in der damit gegebenen Möglichkeit, sie planmäßig zu bestimmten Zwecken wirken zu lassen.“

Die Details zum Irrtum des Ministers erspare ich Ihnen – bei Interesse können Sie sie hier in der „Welt“ nachlesen. Lauterbach gleicht mit seinem Hegel-Zitat einem Eiskunstläufer, der in Selbstüberschätzung eine Figur in Angriff nimmt, der er nicht gewachsen ist, und dabei auf den Hintern fällt.

Lauterbach wird immer mehr zum Synonym für Fettnäpfchen und Führungsversagen. In einer funktionierenden, kritischen Medienlandschaft müsste der Minister wohl schon seinen Hut nehmen ob all seiner Falschaussagen und Skandale. Solange die Medien in der Bundesrepublik aber mehrheitlich ihre Aufgaben darin sehen, statt wie früher die Regierenden die Regierten zu kritisieren, kann sich auch eine Nullnummer wie Lauterbach entspannt im Amt halten.

Der musste gerade erst eingestehen, dass er offenbar seine Behörde nicht unter Kontrolle hat – und die Verkürzung des Genesenenstatus ohne sein Wissen erfolgte. Seine Reaktion: Statt auch nur Ansätze von Selbstkritik zu zeigen, diffamierte er am Freitag auf der Bundespressekonferenz die Betroffenen. Die meisten Genesenen seien ohnehin geimpft, der Rest ist in seinen Augen eine kleine, skurrile Minderheit: „Nun lassen Sie uns gemeinsam mal darüber nachdenken, wie klein diese Gruppe ist“ –  mit der er „jeden Tag Probleme“ habe. „Das sind zum Teil Leute, die sagen: Covid gibt es gar nicht.“ Die Gruppe sei so klein, dass ihre Rechte eigentlich „gar keine Rolle“ spielen würden.

Eine zynischere Ohrfeige für Millionen Ungeimpfte und das Grundgesetz kann man sich kaum vorstellen. Lauterbach ist weder fachlich noch menschlich für sein Amt geeignet.

david

Bild: Shutterstock

Text: br

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AUTOR

Boris Reitschuster

DATUM

Januar 28, 2022

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