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In Griechenland führt ein Arzt die Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen an

Published On: 23. Juli 2021 9:48

In den größeren Städten Griechenlands demonstrieren Tausende gegen die neuen Maßnahmen der Regierung, die sich insbesondere gegen Ungeimpfte richten. Ihr Kopf Fedon Vovolis ist Kardiologe an einem Athener Krankenhaus. Nach seiner Überzeugung spalten die Maßnahmen die Gesellschaft.

MAGO / NurPhoto

Ebenso wie in Frankreich demonstrieren auch in Griechenland viele Tausende gegen verpflichtende Impfungen für bestimmte Berufsgruppen. Am Mittwochabend waren laut Polizeiangaben 3.000 Demonstranten auf den Straßen von Athen, 5.000 landesweit. Die Organisatoren gehen freilich – auch mit Verweis auf volle Plätze und Straßenzüge – vom Zehnfachen dieser Zahlen aus. Ihre Forderungen waren auf einem der Transparente bündig zusammengefasst: »Freiheit. Nein zu Trennungen. Nein zur Erpressung. Nein zur Schreckens-Herrschaft.« Am Ende rückten Wasserwerfer aus, auch Tränengas wurde eingesetzt, um die Menge zu zerstreuen und die Demonstration aufzulösen. Ausschlaggebend für den Polizeieinsatz sei gewesen, dass sich die Demonstranten dem Parlament näherten, so die griechische Polizei.

Schon eine Woche zuvor gab es Meldungen über ähnlich große Demonstrationen in Athen, Thessaloniki und der kretischen Hauptstadt Heraklion. Davor hatte die Regierung Einschränkungen für Ungeimpfte angekündigt, die den in Frankreich ergriffenen Maßnahmen gleichen. So darf man in Restaurants und Bars nur noch sitzen, nicht mehr stehen oder tanzen. Ungeimpften soll der Zugang ganz verwehrt werden. Daneben kündigte Premierminister Kyriakos Mitsotakis eine Impfflicht für Beschäftigte im Gesundheitssektor und der Altenpflege an. Wer sich nicht impfen lasse, werde von seiner Arbeit freigestellt und solange nicht mehr bezahlt.

Nun rief Mitsotakis auch die Lehrer und Erzieher auf, sich impfen zu lassen. Nur so sei ein sicherer Schulbetrieb möglich. Daneben könnten erkrankte Lehrer nicht ersetzt werden, was wiederum zu Unterrichtsausfall führe.

Aus der Bewegung soll eine Partei werden

Als Organisator der landesweiten Proteste gilt der Kardiologe Fedon Vovolis, der seit einiger Zeit als Kritiker der griechischen Pandemie-Politik hervortritt. Vovolis ist zugleich Gründer der Bewegung »Eleftheri xana« (etwa »Wir werden wieder frei sein«), mit der er auch bei den nächsten Wahlen antreten will. Fragt man ihn, warum die Griechen heute nicht frei sind, so beginnt seine Erzählung mit der Schuldenkrise und den folgenden Memoranden, die er als Diktat von außen beschreibt, das die Freiheit der Griechen einschränkte. Das haben viele Griechen so wahrgenommen. Allerdings meint Vovolis, dass erst die aktuelle Pandemie-Politik diese Unterwerfung unter einen von außen vorbestimmten Plan auf die Spitze getrieben hat.

Seine Bewegung will er nun zur politischen Partei umformen, obwohl schon das in Griechenland Misstrauen gegen die Lauterkeit seiner Absichten hervorruft. Die Parteien – ebenso wie die vom Staat geführten oder großzügig unterstützten Fernsehkanäle – werden von vielen als Teil des Problems wahrgenommen. Die ungelösten Probleme, die Vovolis beschreibt, sind dabei jahrzehntealt: die hohe Arbeitslosigkeit insbesondere der Jungen, die nur durch einen aufgeblähten öffentlichen Dienst aufgefangen wird, in der Folge marode Kranken- und Rentenversicherungen und unterfinanzierte Schulen, um nur einen Ausschnitt zu benennen.

Zu den Pandemie-Maßnahmen hat Vovolis eine ebenso differenzierte wie entschiedene Auffassung. Zum Beispiel zur vielbeschworenen ›Maskenpflicht‹. Sicher könnten Masken dabei helfen, die Ausbreitung eines Virus einzudämmen. Es gebe aber noch einen Unterschied zwischen Helfen und staatlichem Zwang. Seine Ansicht nach beweist eine Regierung durch Zwang, Druck und Strafen nur, dass sie die Kontrolle über die Dinge bereits verloren hat. Vovolis plädiert für einen freien Dialog aller Ansichten und dann Freiwilligkeit bei der Annahme von Regeln. Er glaubt, dass aufgezwungene Regeln weniger gut wirken als die eigene Verantwortung jedes einzelnen: »Die, die an die Zwangsmaßnahmen glauben, waren, sind und werden Dilettanten bleiben.«

Vovolis: Wozu soll man den Planeten durchimpfen?

Das Etikett »Impfgegner« für die von ihm mitorganisierten Demonstrationen lehnt er ab. Denn als Arzt ist er kein genereller Impfgegner und will sich nicht als solcher bezeichnen lassen. Das sei ein von der Regierung erfundener irreführender Begriff. Impfungen hätten einen gewaltigen Fortschritt in der Medizingeschichte bedeutet. Allerdings verlangt er zwei Dinge von einer Impfung: Effizienz und Sicherheit. Die Effizienz sieht er durch die ersten Studien bestätigt, die Sicherheit noch nicht. Um die Sicherheit festzustellen, seien im übrigen jahrelange Studien nötig. Die Behauptungen der Politik über die Sicherheit der Covid-Impfstoffe hält er insofern für lachhaft.

Seehofers Brandbrief an EU-Kommission

Doch wie kann ein Politiker einen Impfstoff empfehlen oder den Bürgern sogar mit Zwang auferlegen, den er als Arzt nicht empfehlen kann? Sogar wenn heute oder morgen Studien herauskämen, die einen der neuen Impfstoffe als harmlos ausweisen würden, gäbe es von Vovolis keine generelle Impfempfehlung. Die Impfung würde er auch dann nur besonders gefährdeten Gruppen empfehlen. Er sieht aber keinen Sinn darin, den ganzen Planeten zu impfen. Das Geldgeschenk von 150 Euro für junge Menschen, die sich impfen lassen, beurteilt er als Bestechung und heimtückische Taktik der Regierenden gegenüber einer Gruppe, die bei einer Sterblichkeit von 0,05 Prozent kaum vom Virus betroffen sei. Diese Zahl gilt nach ihm für alle Menschen unter 70 Jahren. Er sieht so auch die Prognosen von Professor Ioannidis (Sterblichkeit unter einem Prozent) bestätigt. Im Sommer 2020 hatte Vovolis auf das schwedische Modell hingewiesen und vorausgesagt, dass das Land im Herbst ein relativ normales Leben haben würde.

Das Volk weiß er auch in der Migrationspolitik hinter sich

Nach seinen eigenen politischen Überzeugungen gefragt, erklärt sich Vovolis zwar als vormaligen Mitte-Rechts-Wähler. Doch hätten die Bezeichnungen Links und Rechts ihre Bedeutung heute weitgehend eingebüßt, insofern sei die von ihm gegründete Bewegung offen für Menschen aller Überzeugungen. Eines macht er aber deutlich: ein »Antinativist« wie die Ministerpräsidenten Tsipras und Mitsotakis sei er nicht. Die griechische Identität werde erhalten bleiben, ob diese von ihm hervorgehobene Gruppe von Politikern es wolle oder nicht. Das ist eine scharfe Kritik am derzeitigen Premierminister, der sich nicht absolut gegen Einwanderung ausgesprochen hat und für die Integration anerkannter »Flüchtlinge« wirbt.

Daneben unternimmt die Regierung derzeit große Anstrengungen, um die Grenzen des Landes zu sichern – mit beträchtlichem Erfolg. In der Ägäis sind die irregulären Einreisen dieses Jahr klar zurückgegangen (laut Frontex: -41 Prozent), wo sie im zentralen Mittelmeer deutlich anstiegen (+159 Prozent). Allerdings gibt es auch auf der Westbalkanroute eine Steigerung um 92 Prozent, was zumindest Fragen nach den Festlandschleppern offen lässt, von deren Ergreifung in Griechenland praktisch wöchentlich berichtet wird.

Ist die Grenze am Evros wirklich ausreichend gesichert? Solche Fragen stellt auch der Familienvater Fedon Vovolis, der sich zum Ziel gesetzt hat, mit seiner Bewegung das Griechenland der Griechen zu bewahren – sei es im Demonstrieren gegen Impfflicht und Freiheitsbeschränkungen oder im Festhalten an der griechischen Identität. Sein Vorname entspricht übrigens dem antiken »Phaidon«, mit der Bedeutung »der Lichtspender«. I

n einem neuen Interview sagte Vovolis, dass er keine Herdenimmunität durch die Impfungen erwarte, da eine Impfung die andere nach sich ziehe. Das sei anders als bei anderen Impfungen, die häufig ein Leben lang oder zumindest mehrere Jahre hielten. Die einzige Chance, um die Pandemie des aktuell umgehenden Coronavirus zu überwinden, sieht Vovolis offenbar im natürlichen Voranschreiten der Pandemie und der sich daraus ergebenden natürlichen Immunität. Man muss mit dem Virus leben.

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