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Corona-Proteste stark von Frauen und Gebildeten geprägt

Published On: 4. August 2021 20:50

Die Protestbewegung gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung in Österreich ist stark von Frauen (64,1 Prozent), freiberuflich bzw. selbstständig Beschäftigten (33 Prozent) und Menschen mit hohem Bildungsabschluss (33,6 Prozent Studienabschluss, 27,6 Prozent BHS- oder AHS-Abschlüsse) geprägt, meldet kleinezeitung.at. Zu diesem Ergebnis komme eine Studie einer Forschungswerkstatt der Universität Wien und der Sigmund Freud Privat-Universität. Wird hierzulande über die deutsche Corona-Protestbewegung berichtet, wird eigentlich zumeist ein gegenteiliges Bild gezeichnet.

Die Forschungswerkstatt habe einen Mixed-Methods-Ansatz bestehend aus einem bereits abgeschlossenen quantitativen Survey und noch laufenden qualitativen Interviews und Protestbeobachtungen verfolgt. Angesicht der teils heftigen Diskussionen über die Legitimität, die gesundheitspolitischen Konsequenzen, die Gewaltbereitschaft, aber auch über das Verhältnis der Bewegung zu Verschwörungsnarrativen und zum Rechtsextremismus hätten die Wissenschaftler mit ihrer Studie mehr Klarheit über die Zusammensetzung der Teilnehmer und ihre Einstellungsmuster schaffen wollen. Ein erster Bericht dazu sei am Mittwoch vorgelegt worden.

Das politische Profil der Protestteilnehmer setze sich demnach überwiegend aus drei Lagern zusammen: 30,2 Prozent der Befragten hätten angegeben, bei der letzten Nationalratswahl die FPÖ, 20,5 Prozent die Grünen und 20,2 Prozent die ÖVP gewählt zu haben. Nach der künftigen Wahlentscheidung gefragt, habe sich ein deutlicher Ruck nach rechts abgezeichnet: 56,7 Prozent würden demnach die FPÖ wählen.

Im Hinblick auf die in der Bewegung geteilten Einstellungen werde deutlich, dass die von der Bundesregierung verhängten Maßnahmen fast einhellig abgelehnt würden: Diese seien willkürlich (93,2 Prozent) und überwiegend unwirksam (93,2 Prozent), zudem herrsche die Meinung, dass die Regierung unnötig Angst schüre (99,6 Prozent) und das Coronavirus nicht gefährlicher sei als eine herkömmliche Grippe (78,6 Prozent).

Hinsichtlich rechtsautoritären Denkens streue das Antwortverhalten der Befragten hingegen stärker: Dass zu viel Rücksicht auf Minderheiten genommen werde, denken 26,1 Prozent (bei 35,6 Prozent teilweiser Zustimmung), und 19,4 Prozent der Befragten fühlten sich „wegen der vielen Muslime“ manchmal fremd im eigenen Land (27,6 Prozent stimmen teilweise zu). Expliziter Antisemitismus werde von 16,2 Prozent der Befragten vertreten und weitere 24,5 Prozent seien immerhin teilweise der Ansicht, dass der Einfluss der Juden auf die Politik auch heute noch zu groß sei. Leider stand nicht in der Meldung, ob oder wie stark sich diese Anteile von denen in der Gesamtbevölkerung unterschieden.

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