Für Strom könnte ein Haushalt im Jahr mit Mehrkosten von 50 Euro rechnen.Foto: Jens Wolf/dpa/Symbolbild/dpa

Angesichts der stark steigenden Gas- und Strompreise fordert der Verbraucherzentrale Bundesverband die Regierung zum Handeln auf. „Die Politik könnte die Verbraucher entscheidend entlasten, indem sie den Strompreis senkt, Industrieausnahmen bei der EEG-Umlage und den Netzentgelten abschafft und die Netzentgelte für Strom und Gas reduziert“, sagte der  Energieexperte des Verbandes, Thomas Engelke, der „Augsburger Allgemeinen“ vom Samstag.

Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox sind die Preise für Heizung, Strom und Sprit in den vergangenen zwölf Monaten um 18 Prozent gestiegen. Das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) hatte kürzlich ermittelt, dass Strom an der Börse so teuer ist wie seit 13 Jahren nicht mehr.

Dem EWI zufolge wurden in der ersten Julihälfte 2021 an der Strombörse zeitweise mehr als 90 Euro pro Megawattstunde bezahlt – ein Preis, der zuletzt 2008 aufgerufen worden sei. Damit haben sich die Preise seit Anfang des Jahres den Experten zufolge etwa verdoppelt. Maßgebliche Faktoren sind die Brennstoffkosten für Steinkohle und Gas sowie die Preise für Emissionszertifikate.

Verbraucherschützer Engelke forderte, den Strompreis an drei Punkten zu senken. Erstens müssten die Industrieausnahmen von der EEG-Umlage, die Verbraucher heute zusätzlich zahlen, steuerlich finanziert werden. Die Industrieausnahmen von den Netzentgelten, die die Verbraucher ebenfalls zusätzlich zahlen, sollten laut Bundesverband ganz abgeschafft werden. „Und drittens: Die Stromsteuer muss auf das von der EU vorgegebene Minimum reduziert werden“, sagte Engelke.

Insgesamt würde sich damit eine Ersparnis für die Verbraucher von zirka vier Cent pro Kilowattstunde ergeben. „Ein Haushalt mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch könnte so etwa 140 Euro im Jahr sparen“, sagte der Verbraucherschützer. Er riet gleichzeitig dazu, bei Bedarf den Anbieter zu wechseln. Dabei solle beim Vergleich der Tarife nicht nur auf die Konditionen des ersten Jahres, sondern auch auf die des zweiten und dritten Jahres geachtet werden. (afp)



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