Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/dpa

Vor der Präsentation des neuen Sachstandsberichts des Weltklimarats IPCC an diesem Montag fordert Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock deutlich mehr internationales Engagement gegen die Erderwärmung.

Angesichts der Vorstellung des neuen Sachstandsberichts des Weltklimarats IPCC hat Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock dazu aufgerufen, die anstehende Weltklimakonferenz in Glasgow zum Wendepunkt zu machen.

„Dem Klima helfen weder Sonntagsreden noch Verweise auf andere Länder“, sagte Baerbock der „Welt“ (Dienstagsausgabe). „Das bedeutet ein schneller Ausbau der erneuerbaren Energien, eine beherzte Mobilitätswende und der Anspruch, als erste Industrienation klimaneutral zu werden.“

Entscheidend dafür sei auch eine „leidenschaftliche Klimaaußenpolitik“, so die Grünen-Vorsitzende. „Deshalb werden wir uns dafür einsetzen, dass insbesondere die großen Emittenten im Rahmen der Weltklimakonferenz im November höhere nationale Klimabeiträge einreichen.“

Die Klimakonferenz in Glasgow müsse zum „Klima-Turning-Point“ werden. „Denn nur dann haben wir die Chance, vom aktuellen Über-Drei-Grad-Pfad auf den 1,5-Grad-Pfad von Paris zu kommen.“

Baerbock erinnerte an die Verpflichtungen des Pariser Klimaabkommens, das Ende 2015 verabschiedet worden war. „Es ist bald sechs Jahre her, dass sich die Weltgemeinschaft in Paris darauf geeinigt hat, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst 1,5 Grad, zu begrenzen. Doch die globalen CO2-Emissionen sind seither immer weiter gestiegen.“

Der Weltklimarat IPCC stellt am Montagvormittag  in Genf den ersten Teil seines neuen Sachstandberichts vor. Die IPCC-Berichte gelten als wegweisend für die globale Klimapolitik. Die neueste Veröffentlichung wird auch eine wichtige Rolle spielen bei der nächsten UN-Klimakonferenz, die im November in Glasgow stattfinden soll. Die Vorbereitungen für die Konferenz laufen bereits.

Luisa Neubauer kritisiert fehlenden Klimaschutz in Bundestags-Wahlprogrammen

Aktivistin Luisa Neubauer hat den fehlenden Klimaschutz in den Bundestags-Wahlprogrammen einiger Parteien kritisiert. „Deutschland ist Lichtjahre von der Einhaltung unserer 1,5 Grad-Zusage entfernt“, sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerkes Deutschland (RND) vom Montag. Nötig sei eine „Neuverhandlung“ der Wahlprogramme: „Sie alle müssen mit der 1,5 Grad-Grenze vereinbar sein“, forderte sie.

Deutschland sei eines der „Hauptverursacherländer“ der Klimakrise, doch die „Mehrheit der Parteien hat keine umfassende Antwort auf die Drastik der Lage“. Die Einhaltung des Ziels aus dem Pariser Klimaschutzabkommen, die Erderwärmung auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen, scheitere ausschließlich am politischen Willen.

Die Aktivistin kritisierte, dass die Politik auf die Extremwetterereignisse der vergangenen Wochen nicht angemessen reagiert habe. Die Regierenden hätten sich nur „bestürzt in die Trümmer“ gestellt, seien dann aber zum „Business-as-usual“ zurückgekehrt. Neubauer forderte den „radikalen Ausstieg aus fossiler Infrastruktur“ wie etwa das Ende des Gaspipeline-Projekts Nord Stream 2 und einen vorgezogenen Kohleausstieg.

Ihre Hoffnungen auf eine politische Kurswende nach der Vorstellung des IPCC-Berichts sind dem RND zufolge verhalten. Auch keiner der vorangegangenen Klimaberichte habe die Regierung vom „Kurs Richtung Klimakatastrophe“ abbringen können. (afp/dts)



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