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Die meisten angeblichen „Impfmuffel“ sind in Wahrheit gar keine

Viele Politiker und Journalisten vermitteln den Eindruck, Menschen, die der Corona-Impfung skeptisch gegenüber stehen, seien generell Impfskeptiker. Ich habe mich entschlossen, dem auf den Grund zu gehen. Und ich wollte wissen, aus welchen Gründen sich diejenigen, die auf neudeutsch „Impfmuffel“ oder „Impfverweigerer“ genannt werden, der Spritze verweigern. Dazu habe ich beim Meinungsforschungsinstitut INSA exklusiv für Reitschuster.de eine Umfrage in Auftrag gegeben. Mehr als 2.000 repräsentativ ausgesuchte Menschen in ganz Deutschland wurden dazu online und per Telefon befragt, wie sie zur Corona-Impfung stehen. Hier das Ergebnis:

68 Prozent der Befragten sind vollständig geimpft oder wollen sich vollständig impfen lassen. 13 Prozent der Befragten sind skeptisch gegenüber einer Impfung gegen das Coronavirus, haben allerdings keine Bedenken gegenüber anderen Impfungen, und acht Prozent der Befragten sind grundsätzliche Impfskeptiker. Von denjenigen, die keine Corona-Impfung wollen, ist damit die überwiegende Mehrheit (57 Prozent) generell für Impfungen – aber eben nicht für diese spezielle.



Mit steigendem Alter steigt der Anteil der Befragten, welche vollständig geimpft sind oder sich vollständig gegen das Coronavirus impfen lassen wollen, von 53 Prozent bei den 18- bis 29-Jährigen auf 79 Prozent bei den ab 60-Jährigen. Befragte unter 40 Jahren sind häufiger skeptisch gegenüber einer Corona-Impfung, aber nicht gegenüber anderen Impfungen als ältere Befragte (jeweils 18 Prozent zu 9 bis 12 Prozent). Zwischen den grundsätzlichen Impfskeptikern in Sachen Corona gibt es bezüglich der Altersverteilung kaum nennenswerte Unterschiede.

Befragte aus dem Westen wollen sich deutlich häufiger vollständig gegen das Coronavirus impfen lassen als Befragte aus dem Osten oder sind bereits vollständig geimpft (70 zu 59 Prozent).



Mit steigendem Haushaltsnettoeinkommen steigt der Anteil derer, die sich vollständig gegen das Coronavirus impfen lassen wollen oder bereits sind, von 58 Prozent (unter 1.000 Euro) auf 76 Prozent (4.000 Euro oder mehr). Bei den Befragten mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.000 Euro ist der Anteil der grundsätzlichen Impfskeptiker stärker ausgeprägt als bei den anderen Befragten (14 Prozent zu 6 bis 8 Prozent).



Befragte ohne Migrationshintergrund geben deutlich häufiger an, sich vollständig gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen oder bereits vollständig geimpft zu sei, als Befragte ohne Migrationshintergrund dies angeben (70 zu 53 Prozent). Befragte mit Migrationshintergrund haben häufiger Bedenken gegenüber der Corona-Impfung (19 zu 11 Prozent).



Einzig AfD-Wähler geben nicht mehrheitlich an, sich gegen das Coronavirus impfen lassen zu wollen oder bereits vollständig geimpft zu sein: Diese geben dies lediglich zu 37 Prozent an. Jeweils 27 Prozent der AfD-Wähler haben sowohl gegenüber der Corona-Impfung Bedenken als auch grundsätzlich gegenüber Impfungen. Unter den anderen Wählergruppen beträgt der Anteil derer, die sich vollständig impfen lassen wollen bzw. vollständig geimpft sind, zwischen 70 Prozent (Linke-Wähler) und 85 Prozent (Grüne-Wähler).

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Bild: Shutterstock

Text: red


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AUTOR

Boris Reitschuster

DATUM

August 11, 2021

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