Ein Mitglied der afghanischen Sicherheitskräfte bei einem Einsatz gegen Islamisten.Foto: Ghulamullah Habibi /EPA/Archiv/dpa

Angesichts des schnellen Vormarsches der Taliban in Afghanistan will Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) den früheren Ortskräften der Bundeswehr die Ausreise nach Deutschland weiter erleichtern.

„Wir haben intern mit den Ministerien vereinbart, dass wir auch bereit sind, das normale Visa-Verfahren umzustellen auf ‚Visa upon arrival’“, also Visum bei Ankunft, sagte Kramp-Karrenbauer dem Portal „ThePioneer“. „Die Visa-Verfahren würden wir dann hier durchführen.“

Die afghanische Regierung bestehe aktuell aber darauf, dass die ausreisenden Personen einen Reisepass besitzen, sagte Kramp-Karrenbauer weiter. Es liefen Gespräche, inwiefern dies geändert werden könnte. Im Moment mache das bisherige Vorgehen das Verfahren langwierig.

Schon 1700 Personen samt Familien in Deutschland

„Wir haben schon 1700 Personen mit Familien hergeholt und bemühen uns im Moment darum, auch die anderen schnellstmöglich aus Afghanistan rauszuholen“, versicherte die Ministerin. Die bürokratischen Hürden seien aktuell „der Flaschenhals“.

Kramp-Karrenbauer erläuterte, dass ihr Ministerium über das Einsatzführungskommando mit den ehemaligen Ortskräften im Kontakt sei. „Wir unterstützen sie. Wir bezahlen auch dort, wo das Geld fehlt, die Flüge.“

Die früheren Ortskräfte in Afghanistan und ihre Familien sollen durch die Ausreise vor Racheakten der radikalislamischen Taliban geschützt werden. Seit dem Beginn des Abzugs der internationalen Truppen im Mai haben die Taliban weite Teile des Landes eingenommen.

AfghanInnen von heute „in einem anderen Afghanistan“ als vor 9/11

Trotz der angespannten Situation hält Kramp-Karrenbauer den Einsatz nicht für gescheitert. „Ich bin nach wie vor überzeugt, dass es richtig war, nach 9/11, nach diesem Anschlag auf die Menschheit insgesamt, zu sagen: Wir gehen nach Afghanistan, weil damals auch klar war, dass es Operationsbasis für Al-Kaida war“.

Ziel sei gewesen, dass die Terrororganisation nicht weiter operieren könne. „Das ist auch gelungen“, sagte Kramp-Karrenbauer. „Wir haben einer Generation von Afghaninnen und Afghanen es ermöglicht, in einem anderen Afghanistan groß zu werden.“ Jedoch stehe das politische Ziel, das Land nachhaltig zu verändern, „massiv auf der Kippe und ist massiv unter Druck“. (afp)



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