Afghanische Kinder folgen einem deutschen Soldaten auf Patrouille in Nahr i Sufi.Foto: JOHANNES EISELE/AFP via Getty Images

Das Bundesverteidigungsministerium hat offenbar keinen genauen Überblick darüber, wie viele Bundeswehrsoldaten in Afghanistan gedient haben. Es sei „strukturbedingt technisch nicht leistbar“, diese Zahl zu ermitteln, zitierte der „Spiegel“ am Freitag einen Sprecher des Ministeriums.

Intern gehen Experten des Ressorts dem Bericht zufolge von rund 93.000 Soldaten aus, die während des internationalen Militäreinsatzes in Afghanistan im Einsatz waren.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat laut „Spiegel“ mehrfach gesagt, mehr als 150.000 Männer und Frauen der Bundeswehr hätten am Hindukusch gedient. Diese Zahl wäre demnach deutlich zu hoch gegriffen.

Kramp-Karrenbauer orientiere sich vermutlich an den fast 164.000 sogenannten Einsatzteilnahmen, schrieb das Magazin. Diese enthielten aber Mehrfacheinsätze und sagten daher nichts darüber aus, wie viele Afghanistan-Veteranen es gibt.

Die Schätzung von etwa 93.000 beruhe hingegen insbesondere auf der Zahl der verliehenen Einsatzmedaillen, die fast jeder Afghanistan-Kämpfer erhalten habe, führte der „Spiegel“ aus. Die Zahl decke sich auch mit Forschungen der Potsdamer Soziologin Anja Seiffert.

Zur Frage, warum die Bundeswehr keine genaue Zahl nennen könne, schrieb der „Spiegel“, Fachleute vermuteten, dass die Armee in den ersten Einsatzjahren bei der Datenerfassung geschlampt habe. Nun scheue sie möglicherweise den Aufwand, die genaue Zahl nachträglich zu ermitteln. (afp)



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