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Ghani: Wollte mit Flucht aus Afghanistan „Blutvergießen“ verhindern – Taliban erobern Präsidentenpalast

Hier die neuesten Kurznachrichten zum Thema Afghanistan aus aller Welt:

20:55 Uhr: Ghani: Wollte mit Flucht aus Afghanistan „Blutvergießen“ verhindern

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani hat die militärische Niederlage gegen die radikalislamischen Taliban eingestanden. „Die Taliban haben gesiegt“, schrieb Ghani am Sonntag auf Facebook. Die Islamisten seien nun verantwortlich für „die Ehre, das Eigentum und die Selbsterhaltung ihrer Landsleute“.

Ghani war außer Landes geflohen, nachdem die Taliban am Sonntag bis an den Stadtrand von Kabul herangerückt waren. Er begründete seinen Schritt mit der Sorge um die Sicherheit der Bevölkerung in der Hauptstadt.

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani hat seine Flucht aus dem Land mit der Sorge um die Sicherheit der Bevölkerung in der Hauptstadt Kabul begründet. Er sei geflohen, um „eine Flut des Blutvergießens zu verhindern“, erklärte Ghani am Sonntag auf Facebook. Wenn er geblieben wäre, wären „zahllose Patrioten“ getötet und Kabul zerstört worden, fügte er hinzu, sagte aber nicht, in welchem Land er sich inzwischen aufhält.

19:50 Uhr: Taliban nach eigenen Angaben in mehrere Bezirke Kabuls vorgedrungen

Die radikalislamischen Taliban sind nach eigenen Angaben in mehrere Bezirke der afghanischen Hauptstadt Kabul vorgerückt. Die Taliban-Kämpfer seien in die Stadt vorgerückt, um dort „die Sicherheit zu gewährleisten“, teilte die Miliz am Sonntag mit. Nach Aussage von drei ranghohen Taliban-Vertretern übernahmen die Islamisten sogar die Kontrolle über den Präsidentenpalast.

Präsident Aschraf Ghani war wenige Stunden zuvor nach Angaben seines früheren Stellvertreters Abdullah Abdullah außer Landes geflohen, nachdem die Taliban bis an den Stadtrand von Kabul herangerückt waren. Zunächst hieß es, die Kämpfer hätten Anweisung erhalten, an den Stadttoren Halt zu machen und nicht in die Stadt vorzudringen.

Die Islamisten erklärten, sie würden innerhalb der „kommenden Tage“ wieder die Macht in Afghanistan übernehmen. Afghanistans Innenminister Abdul Sattar Mirsakwal sagte eine „friedliche Machtübergabe“ an eine „Übergangsregierung“ zu.

16:40 Uhr: Ex-Vize: Präsident Ghani aus Afghanistan geflohen

Der afghanische Präsident Aschraf Ghani ist nach Angaben seines früheren Stellvertreters angesichts des weiteren Vormarschs der Taliban ins Ausland geflohen. „Der frühere afghanische Präsident hat die Nation verlassen“, sagte der Vorsitzende des afghanischen Friedensrats, Abdullah Abdullah, in einem am Sonntag auf seiner Seite im Onlinenetzwerk Facebook veröffentlichten Video. Zuvor waren die radikalislamischen Taliban nach einer Blitz-Offensive quer durch das Land bis an den Rand der Hauptstadt Kabul vorgerückt.

Nach Angaben eines Taliban-Sprechers erhielten die islamistischen Kämpfer Anweisung, vor den Toren der Stadt Halt zu machen, während Innenminister Abdul Sattar Mirsakwal eine „friedliche Machtübergabe“ an eine „Übergangsregierung“ zusagte. Die USA und Deutschland räumten ihre Botschaften in Kabul und brachten ihre Mitarbeiter an den Flughafen, von wo sie so schnell wie möglich ausgeflogen werden sollen.

15:10 Uhr: Taliban wollen Kontrolle über Kabul in „nächsten Tagen“ übernehmen

Die radikalislamischen Taliban wollen nach eigenen Angaben innerhalb der „nächsten Tage“ die Kontrolle über Kabul übernehmen. Die Miliz strebe eine „friedliche Übergabe“ der Macht in der afghanischen Hauptstadt an, sagte der in Katar ansässige Taliban-Vertreter Suhail Schahin am Sonntag dem britischen Sender BBC. Die Taliban wollten eine „inklusive islamische Regierung“ bilden, in der „alle Afghanen“ vertreten seien.

Schahin versicherte, dass die Kämpfer der Taliban keine ausländischen Botschafter oder Staatsbürger angreifen würden: „Es wird kein Risiko für Diplomaten, Nichtregierungsorganisationen, für irgendjemanden geben.“ Die Ausländer könnten ihre Arbeit in Afghanistan fortsetzen. Der Taliban-Sprecher appellierte an die Ausländer, das Land nicht zu verlassen.

Die Taliban waren am Sonntag bis an den Stadtrand von Kabul vorgedrungen. Schon in den Vortagen hatten Deutschland, die USA und andere westliche Staaten mit den Vorbereitungen zum Ausfliegen von Botschaftsangehörigen und anderer ihrer Staatsbürger aus Afghanistan begonnen.

Die Taliban hatten in Afghanistan bereits in den Jahren 1996 bis 2001 geherrscht, bis sie durch eine von den USA angeführte Militärinvasion gestürzt wurden. Schahin trat nun Befürchtungen entgegen, dass die Islamisten auf ähnlich drakonische Weise herrschen könnten wie damals: „Wir wollen mit jedem Afghanen zusammenarbeiten, wir wollen ein neues Kapitel des Friedens, der Toleranz, der friedlichen Koexistenz und nationalen Einheit für unser Land und das Volk von Afghanistan aufschlagen“, beteuerte er.

14:11 Uhr: Grüne werfen Bundesregierung „Komplettversagen“ in Afghanistan vor

Angesichts der Taliban-Offensive in Afghanistan hat der außenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, der Bundesregierung „Komplettversagen“ vorgeworfen. „Die Fehlerkette der Bundesregierung ist lang, aber nun hat sie endgültig die Chance vertan, für einen sicheren Auszug der afghanischen Ortskräfte und ihrer Familien Sorge zu tragen“, sagte Nouripour dem „Handelsblatt“ (Montagsausgabe). „Ich kann da nur von einem Komplettversagen sprechen. Damit sind zehntausende Menschenleben gefährdet.“

Die Bundesregierung reagierte unterdessen offenbar auf die sich zuspitzende Lage. Laut eines Berichts der „Bild“ soll noch am Sonntag ein Airbus A400M der Bundeswehr nach Afghanistan starten. Ein weiteres Flugzeug, ein Airbus A310 der Luftwaffe, soll demnach ebenfalls nach Kabul fliegen. Ziel sei es, deutsche Staatsbürger in Sicherheit zu bringen.

13:24 Uhr: Afghanistans Präsident mahnt Einhaltung von „Sicherheit“ in Kabul an

Nach dem Vorstoß der radikalislamischen Taliban bis an den Stadtrand von Kabul hat Afghanistans Präsident Aschraf Ghani die Regierungstruppen aufgefordert, in der Hauptstadt weiterhin für „die Sicherheit aller Bürger“ zu sorgen. Die Verbreitung von „Chaos“ oder Plünderungen würden nicht geduldet, erklärte Ghani in einer am Sonntag verbreiteten Videobotschaft.

Zuvor waren Taliban-Kämpfer bis an den Stadtrand von Kabul vorgerückt. Innenminister Abdul Sattar Mirsakwal kündigte eine „friedliche Machtübergabe“ an. Nach seinen Worten soll eine „Übergangsregierung“ gebildet werden. In den vergangenen Tagen waren alle anderen Großstädte des Landes von den Islamisten erobert worden, viele davon kampflos.

Die Geschwindigkeit des Taliban-Vormarsches seit Beginn des Abzugs der Nato-Truppen im Mai sorgte international für Fassungslosigkeit. Unter Hochdruck arbeiten westliche Staaten, darunter die USA, Großbritannien und Deutschland, an der Rückführung von Botschaftspersonal sowie der Ausreise von afghanischen Ortskräften aus Kabul.

13:09 Uhr: Johnson will Parlament wegen Afghanistan aus Sommerpause zurückholen

Angesichts der dramatischen Entwicklungen in Afghanistan will der britische Premierminister Boris Johnson laut Medienberichten das Parlament für eine Dringlichkeitssitzung aus der Sommerpause zurückholen. Wie der Sender Sky News und die britische Nachrichtenagentur Press Association am Sonntag unter Berufung auf Vertreter der Downing Street berichteten, sollen die Abgeordneten über das weitere britische Vorgehen in Afghanistan beraten.

Nach einer Blitzoffensive durch Afghanistan waren die Taliban am Sonntag an den Stadtrand von Kabul vorgerückt, der letzten Bastion der afghanischen Regierungstruppen. Nach eigenen Angaben wollen sie die Stadt aber nicht mit Gewalt einnehmen. Afghanistans Innenminister Abdul Sattar Mirsakwal kündigte eine „friedliche Machtübergabe“ an eine „Übergangsregierung“ an.

Die Geschwindigkeit des Taliban-Vormarsches seit Beginn des Abzugs der Nato-Truppen im Mai sorgte international für Fassungslosigkeit. Unter Hochdruck arbeiten westliche Staaten, darunter die USA, Großbritannien und Deutschland, derzeit an der Rückführung von Botschaftspersonal sowie der Ausreise von afghanischen Ortskräften aus Kabul. In den rund 20 Jahren andauernden Kämpfen gegen die radikalislamische Miliz waren 457 britische Soldaten getötet worden.

12:15 Uhr: Seehofer erwartet neue Flüchtlingswelle

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) erwartet nach dem Vormarsch der Taliban in Afghanistan eine neue Flüchtlingswelle. „Man muss damit rechnen, dass sich Menschen in Bewegung setzen, auch in Richtung Europa“, sagte der CSU-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“. Das sei „keine Angstmache, sondern eine realistische Beschreibung der Situation“.

Dabei müsse man nicht nur den Krisenherd Afghanistan im Blick behalten, sondern genauso unter anderem Weißrussland, Pakistan, den Iran, die Türkei, Tunesien, Marokko und Libyen. „Wir stehen vor schwierigen Entwicklungen“, so Seehofer. Der Innenminister verteidigte seine Entscheidung, Abschiebungen nach Afghanistan auszusetzen. An der Richtigkeit der Entscheidung könne man nicht ernsthaft zweifeln, denn die Situation vor Ort habe sich zuletzt noch verschärft. „So wichtig es ist, dass Straftäter und Gefährder abgeschoben werden: Ich kann das angesichts des derzeit bestehenden hohen Risikos nicht verantworten“, sagte Seehofer.

11:50 Uhr: Afghanische Regierung kündigt „friedliche Machtübergabe“ an

Die afghanische Regierung hat angesichts der bis an den Stadtrand der Hauptstadt Kabul vorgerückten Taliban eine „friedliche Machtübergabe“ angekündigt. „Es wird keinen Angriff auf die Stadt geben“, sagte Innenminister Abdul Sattar Mirsakwal am Sonntag in einer aufgezeichneten Ansprache. Demnach soll eine „Übergangsregierung“ gebildet werden.

Die radikalislamischen Taliban hatten in den vergangenen Tagen eine afghanische Provinz nach der anderen eingenommen. Die Hauptstadt Kabul blieb daraufhin die letzte Bastion der Regierungstruppen. Die Kämpfer hätten nun Anordnung, an den Toren der Hauptstadt Halt zu machen und nicht in die Stadt einzudringen, erklärte ein Taliban-Sprecher am Sonntag.

Russland kündigte  eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zur Lage in Afghanistan an. „Wir arbeiten daran“, sagte ein Vertreter des Außenministeriums laut russischen Nachrichtenagenturen. (afp/oz)



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AUTOR

Epochtimes

DATUM

August 16, 2021

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