Bei deutschen Herstellern, so vor allem VW, macht sich Nervosität breit. Denn China ist mit Abstand der wichtigste Einzelmarkt der deutschen Autokonzerne Volkswagen, Daimler und BMW, und war bislang zuverlässiger und wichtigster Ergebnislieferant.

IMAGO / VCG

In der deutschen Autoindustrie schrillen die Alarmglocken: In China sind im Juli nach Aussagen des Herstellerverbands CAAM (China Association of Automobile Manufacturers) abermals weniger Autos verkauft worden als im Vorjahresmonat. Der Absatz von Neufahrzeugen (Pkw + Lkw) fiel im Vergleich zum Vorjahr um knapp 14 Prozent auf 1,82 Millionen Stück. Der Absatz von Fahrzeugen ist damit den zweiten Monat in Folge gesunken.

Über die Ursachen für den Rückgang lässt sich der Verband nicht aus. Maßgebend dafür dürften neben nachlassendem Corona-Nachholbedarf auch das Ende von Kaufsubventionen für Elektro-Pkw sowie der Engpass an Speicherchips sein, von dem chinesische Hersteller genauso betroffen sind wie unison alle deutschen Hersteller und Zulieferer mit Produktionsstätten in China.

Noch ist diese Abwärtsbewegung für die chinesische Autoindustrie selber offenbar kein Grund zur Sorge. Denn trotz des Rückgangs im Juni und Juli wurden den ersten sieben Monaten im Vergleich zum von Corona geprägten Vorjahr mit 14,7 Millionen Stück noch fast ein Fünftel mehr Autos ausgeliefert als 2020.

Mit ein Grund dafür, dass der CAAM Anfang Juli seine Absatzprognose für 2021 sogar noch um 6,7 Prozent auf 27 Millionen Fahrzeuge (Pkw+Lkw) erhöht hatte; es wäre das erste Wachstum des vormals rasant wachsenden und inzwischen weltgrößten Marktes seit 2017 gewesen.

Bei deutschen Herstellern, so vor allem VW, macht sich dennoch Nervosität breit. Den China ist mit Abstand der wichtigste Einzelmarkt der deutschen Autokonzerne Volkswagen, Daimler und BMW, und bislang zuverlässiger und wichtigster Ergebnislieferant. Die Rekordergebnisse der deutschen Auto Hersteller im 1. Halbjahr 2021 trotz hoher Transformationskosten wären ohne Scherflein aus China nicht möglich gewesen Immerhin hängt der Konzernabsatz bei VW fast zur Hälfte, bei den Premium-Herstellern aus Stuttgart und München immerhin zum Drittel von China ab.

Besonders VW droht in die Bredouille zu geraten. Während sich die VW-Töchter Porsche und Audi, vor allem aber auch Mercedes-Benz und BMW mit ihrem altbewährten und bei chinesischen Kunden hochbegehrten Luxus-Verbrennermodellen bislang vom chinesischen Massenmarkt abkoppeln konnten, weil sie vorwiegend auf teurere Segmente ausgerichtet sind, gerät VW zunehmend in einen technologischen Wettbewerb mit chinesischen Anbietern.

Denn eines bestätigen alle Fachleute: Rein chinesische Hersteller haben inzwischen sowohl bei der Verbrennertechnologie wie bei Elektroautos deutlich aufgeholt. Da kommt noch was von draußen rein!

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