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Iqbal Khan stellt höchste UBS-Manager kalt

Im Private Banking der UBS kommts zum Köpferollen zuoberst in der Hierarchie. Wie die Nummer 1 diese Woche intern mitteilte, verlässt der Chef Westeuropa im wichtigen Global Familiy Office die Bank.

Es handelt sich um Matthias Lehmann, der kürzlich durch Ferienabwesenheit zur Unzeit zu reden gab. Lehmann war so etwas wie der Chef International im Global Family Office.

Der Managing Director wird ersetzt durch zwei nachrückende Direktoren. Das gleiche Schicksal erleidet Lehmanns Counterpart, der für die Schweiz zuständig war.

Die Rede ist von Thomas Frauenlob, einem Group Managing Director (GMD) mit besten Noten. Frauenlob wurde kaltgestellt, seine Aufgaben übernehmen ebenfalls zwei nachrückende Manager.

Frauenlob, der als GMD zu den Top-150 der Bank zählt, wurde im Unterschied zu Lehmann nicht entlassen. Aus der Bank hiess es, man wolle ihn anderweitig behalten. Offiziell äusserte sich ein Sprecher der UBS nicht.

Frauenlob wird nicht mehr lange für die UBS arbeiten. Nach der kalten Entmachtung ist er auf dem Sprung. Der erfahrende Private Banker dürfte schon bald an einem neuen Ort in einer Spitzenposition auftauchen.

Aus UBS-Kreisen heisst es, die Wegfallenden würden durch gute interne Leute ersetzt. Auch sei die UBS auf dem Arbeitsmarkt bei Top-Bankern „hoch attraktiv“.

Auf dem Finanzplatz Zürich geht derzeit Anderes um. Vermögensverwalter mit Erfahrung und langjährige Private Banking-Chefs wären weniger bei der gebeutelten CS am Gehen, sondern bei der vermeintlich glänzenden UBS.

Sie verweisen auf den Umbruch im Global Family Office (GFO) unter Leitung des Vertrauten von Co-Wealth Managements CEO Iqbal Khan, Joe Stadler. Stadler lenke eine Elite-„Veranstaltung“ für die Superreichen unter den UBS-Kunden.

Die „Normalos“ unter den Vermögenden müssten sich derweil mit 0815-Kundenberatern abfinden. „Die UBS behandelt einstellige Millionäre wie Retail-Kunden“, so ein Beobachter.

Der laufende Umbau mit einem globalen Supercenter namens Global Family Office (GFO) sorgt intern für Aufregung. Es entsteht eine Zweiklassengesellschaft: die Verlierer im alten Wealth Management, die Sieger im gloriosen GFO.

Verantwortlich ist Iqbal Khan. Der Manager, der vor zwei Jahren mitten in der Spionage-Affäre fliegend von der CS zur UBS gesprungen war, sorgt im alten Kader des UBS Wealth Managements für Unruhe.

Man höre fast nie Gutes von gestandenen UBS-Private Bankern oder -Teamleitern zum Thema Khan, so ein Gesprächspartner. „Khan schlägt Topleute zuhauf in die Flucht“, so sein Fazit.

Khans Fürsprecher verweisen auf die Zahlen. Die UBS hat im zweiten Quartal im globalen Private Banking, das von Khan und Tom Naratil für den US-Teil als Co-CEOs geführt wird, viel Neugeld und hohe Einnahmen erzielt.

Dies sei das Resultat von „Elevate“. Mit dem Projekt würden Naratil und Khan den Vermögenden der UBS mehr Services, mehr Kredite fürs Investieren und viele neue Anlageprodukte anbieten.

„Die hochschiessenden Gewinne zeigen den Erfolg von ‚Elevate’“, so ein UBS-Manager. Ins gleiche Horn stiess vor ein paar Wochen die NZZ, die fragte: „Ist das Glück oder Khans Verdienst?

Die Abgänge zuoberst im Global Family Office, insbesondere jener des hochgelobten Frauenlob, sorgen auf dem Finanzplatz für Gesprächsstoff. Verliert die UBS als Platzhirsch Private Banking-Cracks an die Konkurrenz?

Vor Monatsfrist sprang ein ganzes UK-Team von der UBS zur Deutschen Bank Schweiz. Das sei ungewöhnlich, meinten Gesprächspartner, die Deutschen spielten in einer deutlich tieferen Liga.

Ein anderer Bigshot aus dem Ultrareichen-Bereich, Andreas Berger, sprang Mitte Juli von der UBS zur CS, wo er sich neu um die wohlhabendsten Privatkunden aus Deutschland und Österreich kümmert, wie Finews meldete.

Dass so viele gestandene UBS-Berater zu den Verfolgern wechselten zeige, dass die Marktführerin ein ernsthaftes Problem in ihrer Vorzeigesparte habe, findet ein Insider. Dies sei „ein Alarmsignal erster Güte“.

Die Wechselwelle von der „Shiny“ UBS zur „Crash“-CS sorgte schon zuvor für Headlines ausserhalb des Private Bankings.

Ulrich Körner wurde Chef des CS Asset Managements, Axel Lehmann, der ausgemusterte UBS Schweiz CEO, wird nächster Riskchef im VR der CS, das PR-Urgestein der UBS, Dominik von Arx, lenkt neu die Kommunikation der CS.

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AUTOR

Lukas Haessig

DATUM

August 19, 2021

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