In Hamburg sollen Veranstalter und Restaurantbesitzer bald schon die Wahl haben, ob sie nur noch Geimpfte und Genesene als Kunden akzeptieren. Eine zwingende Vorgabe macht Bürgermeister Peter Tschentscher nicht, lockt aber mit weiteren Freiheiten. Die rot-grüne Landesregierung versucht sich damit offenbar aus der Affäre zu ziehen und reicht den „Schwarzen Peter“ an die Wirtschaft weiter.

Die von der Bundesregierung ab dem 23. August eingeführte „3G“-Regel zur Lockerung der Corona-Maßnahmen für Geimpfte, Genesene und Getestete sorgt derzeit für rege Diskussionen. Sorgen vor einer Spaltung der Gesellschaft werden ausgesprochen, vor einem Abdrängen ungeimpfter Menschen an den Rand der Gesellschaft. Viele sehen in diesem Schritt eine „Impfpflicht durch die Hintertür“, wie es etwa FDP-Vize Wolfgang Kubicki nannte.

Der ungeimpfte Teil der Bevölkerung wird mehr und mehr an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Doch wohin die Reise im nächsten Schritt geht, zeigt die Hansestadt Hamburg unter Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Dort ist man bereits dabei, die Weichen für ein „2G“-Modell zu stellen. Für Geimpfte und Genesene will man die Corona-Maßnahmen weiter lockern, was für alle ungeimpften Bürger große Konsequenzen haben wird.

Eine neue „Normalität“ wird geschaffen

Hamburg will ein sogenanntes „2G“-Optionsmodell einführen, wie der Senat der Hansestadt am Dienstag verkündet hat. Veranstalter und Restaurantbesitzer könnten dann Ungeimpften den Eintritt verwehren und bekommen dafür mehr Rechte zugestanden. Wie das aussehen wird, ob mehr Besucher eingelassen werden können oder die Maskenpflicht entfällt, ist noch unklar.

Das will nach Angaben des „Focus“ der Senat in der kommenden Woche beschließen. „Wir werden schrittweise vorgehen und erst einmal absichern, was wir jetzt haben“, erklärte dazu Senatssprecher Marcel Schweitzer zurückhaltend. Man stimme sich derzeit mit den Behörden ab, welche Lockerungen für das „2G“-Modell infrage kämen.

In Hamburg wollte man die Einschätzung der Lage über die Inzidenzwerte, die Impfquote und die Hospitalisierungsrate vornehmen – ohne bisher dafür Schwellenwerte zu formulieren, erklärte Senatssprecher Schweitzer noch. „Wir schauen, ob uns noch etwas Besseres einfällt als das, was vor der letzten Ministerpräsidentenkonferenz erarbeitet wurde“.

Ausgrenzung als betriebswirtschaftliches Modell?

Für Geimpfte und Genesene wird dies offenbar als Schritt in Richtung „Normalität“ angesehen, obgleich es sich dabei nicht um eine Normalität handelt wie in der Zeit vor der Pandemie. Da es sich bei dem Modell um ein „Optionsmodell“ handelt, wird die Entscheidung der Teilnahme daran der Wirtschaft überlassen.

Laut dem RKI-Impfmonitoring sind 66,8 Prozent der Bevölkerung von den rund 1,9 Millionen registrierten Hamburgern geimpft, 59,1 Prozent davon vollständig. Die Altersgruppe 0 bis 11 Jahre stellt sich mit rund 220.000 Menschen dar. Für diese gibt es bisher kein Impfangebot. 96.000 Kinder und Jugendliche in der Gruppe von 12 bis 17 Jahren sollen bald ein Impfangebot erhalten. Diese beiden Gruppen machen 16,6 Prozent der Bevölkerung aus.

Für Gastronomen und Veranstalter ergibt sich nun neben der Kalkulationsfrage auch eine Gewissensfrage. Mit zunehmender Impfquote wird sich diese weiter zuungunsten der Ungeimpften verändern. Wie sich die Lage für ungeimpfte Unternehmer entwickeln wird, ist ungewiss. Von Aufrufen: „Kauft nicht beim Ungeimpften“ ist derzeit noch nichts zu hören.



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