Das nächste grosse Geschäft für die Pharmaindustrie: Gen-Injektionen für Kinder gegen das Respiratorische Synzytial-Virus

Veröffentlicht am 22. August 2021 von RL.

(Auszugsweise)

Vor fünfundsechzig Jahren lernten Familien die Risiken medizinischer Experimente auf die harte Tour kennen. Einzelne Familien liessen es zu, dass Forscher ihre Säuglinge als Testpersonen für einen Impfstoff gegen eine neu entdeckte Krankheit namens Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV) einsetzten. Eine Erkältung, von der man heute annimmt, dass sie bis zum Alter von zwei Jahren «praktisch alle Kinder» befällt, meist ohne Folgen.

Der katastrophale RSV-Impfstoff führte zum Tod von zwei Säuglingen und zum Krankenhausaufenthalt der meisten anderen jungen Teilnehmer, die an den klinischen Studien teilgenommen hatten. Seitdem haben die Forscher weiterhin das «Versuch-und-Irrtums»-Prinzip angewandt. Jedoch gaben sie zu, dass der «Weg zu einem wirksamen RSV-Impfstoff mit Herausforderungen gepflastert ist».

Dies vor allem auch deswegen, weil Impfstoffe die Krankheiten noch verschlimmern können – ein Problem, das auch Coronavirus-Impfstoffe haben. Das Problem der «Verschlimmerung», das auch als Antibody dependent enhancement (ADE) bezeichnet wird, besteht darin, dass der Impfstoff die Empfänger darauf vorbereitet, später eine schwerere Krankheit zu entwickeln, anstatt sie zu schützen.

Dennoch setzen die Hersteller auf die Entwicklung von RSV-Impfstoffen. Und zwar nicht nur für Kleinkinder, sondern auch für Schwangere und ältere Menschen. 2019 wurden dank der Verbreitung neuer Impfstofftechnologien schätzungsweise 30 RSV-Impfstoffkandidaten in klinischen Studien geprüft. Wissenschaftler verkünden bereits freudig, dass die Welt «bald vor der klinischen Umsetzung stehen könnte».

Zu den zahlreichen RSV-Impfstoffkandidaten gehören auch mRNA-Impfstoffe. Nachdem die Covid-Injektionen die Schleusen geöffnet haben, um die mRNA-Technologie als «neue Grenze für die Impfstoffentwicklung» zu etablieren, scheinen die Pharmagiganten zuversichtlicher denn je zu sein, endlich einen RSV-Impfstoff produzieren zu können.

Hoffnung macht der Pharmaindustrie dabei die US-Arzneimittelbehörde (FDA). Sie hat Moderna grünes Licht erteilt, um den experimentellen mRNA-1345-Impfstoff gegen RSV in einem beschleunigten Verfahren auf den Markt zu bringen. Die FDA-Prüfung im Schnellverfahren gilt zwar vorerst nur für ältere Erwachsene, doch in den Studien der Phase eins werden die Impfstoffe auch an Kindern im Alter von nur einem Jahr getestet.

Die ethischen Standards, die der Forschung am Menschen zugrunde liegen, verlangen besondere Aufmerksamkeit für gefährdete Bevölkerungsgruppen. Darunter für Föten, Neugeborene, schwangere Frauen und ältere Menschen in Heimen. Doch genau auf diese Bevölkerungsgruppen zielen die RSV-Studien ab…

Einer der RSV-Impfstoffe, der in den letzten Jahren bereits in die klinische Erprobung gegangen ist, ist ein von GlaxoSmithKline (GSK) hergestellter viraler Vektorimpfstoff. Bei diesem wird wie bei der Covid-Impfung von AstraZeneca ein Schimpansen-Adenovirus als Vektor verwendet. In der Phase drei soll dieser an zwei Monate alten Kindern getestet werden. Interessanterweise fanden die Forscher, die RSV in den 1950er Jahren identifizierten, das Virus zunächst bei Schimpansen, nicht bei Menschen. Deshalb wurde es zunächst auch als «Schimpansenschnupfenerreger» bezeichnet…

Um für anhaltende Panik zu sorgen, berichten Medien und Krankenhäuser jetzt von ungewöhnlich vielen RSV-Infektionen, die gemeinsam mit Covid auftauchten. Ironischerweise erklären die Experten die «ungewöhnlich hohe» Zahl der RSV-Fälle damit, dass die Kinder im letzten Herbst und Winter weitgehend in Quarantäne lebten, was sie daran gehindert habe, eine Immunität aufzubauen.