Hier die neuesten Kurznachrichten zum Thema Corona aus aller Welt:

10:59 Uhr: Neue Proteste gegen Corona-Regeln in Frankreich

In Frankreich haben den sechsten Samstag in Folge zehntausende Menschen gegen die Corona-Regeln protestiert. Landesweit gingen mehr als 175.500 Menschen auf die Straße, wie das Innenministerium in Paris mitteilte. Damit ging die Zahl der Demonstranten zurück. Vor einer Woche hatten nach offiziellen Angaben noch knapp 215.000 Menschen demonstriert. Die Proteste verliefen wie schon zuvor weitgehend friedlich. Das Innenministerium meldete 20 Festnahmen und einen verletzten Polizisten.

Große Kundgebungen fanden unter anderem in Paris, in Pau in Südfrankreich und in Lille in Nordfrankreich statt. Im ganzen Land waren mehr als 200 Veranstaltungen geplant.

In Pau, wo die Polizei 2700 Demonstranten zählte, sagte Jérôme Rodrigues, eine der Symbolfiguren der „Gelbwesten“-Bewegung: „Impft euch, wenn ihr wollt, aber wir sind gegen einen Passierschein für das Krankenhaus oder zum Einkaufen, wir fordern die Aufhebung des Gesetzes“.

In Paris sprach der frühere Chefstratege von Marine Le Pen, Florian Philippot, zu einer Menge flaggenschwingender Unterstützer. Auf Schildern schrieben sie „Nein zum Gesundheitspass“ und „Lasst und Frankreich befreien“. Philippots neue Bewegung „Les Patriotes“ hat eine der insgesamt vier Demonstrationen in der französischen Hauptstadt organisiert, zwei weitere hatte die „Gelbwesten“-Bewegung angemeldet.

Die Proteste richten sich gegen die Impfpflicht für das Gesundheitspersonal sowie die Ausweitung der Nachweispflicht auf fast alle Bereiche des öffentlichen Lebens. Für den Besuch etwa von Cafés, Restaurants, Kinos oder Krankenhäusern sowie die Nutzung von Fernzügen muss ein Impf- oder Genesungsnachweis oder ein Negativ-Test vorgelegt werden, der sogenannten Gesundheitspass. Bei deutschen Touristen reichen im Allgemeinen die zu Hause ausgestellten Nachweise.

Die seit Mitte Juli andauernden Proteste vereinen ein großes Spektrum an Kritikern der Corona-Politik der Regierung von Präsident Emmanuel Macron. Am vergangenen Samstag gab es insgesamt 217 Kundgebungen, an denen nach Angaben des Innenministeriums knapp 215.000 Menschen teil nahmen. Die bislang höchste Teilnehmerzahl von 237.000 Menschen hatte es bei den Protesten am 7. August gegeben.

07:15 Uhr: Lambrecht hält 2G-Regelung für verfassungswidrig

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat Bedenken gegen Pläne einzelner Bundesländer geäußert, im Herbst Freiheiten nur für Geimpfte und Genesene zuzulassen. „Jeder Eingriff in Freiheitsrechte muss gut begründet und verhältnismäßig sein“, sagte sie der „Welt am Sonntag“. „Ich sehe nicht, wie man eine derart schwerwiegende Beschränkung mit dem Infektionsschutz rechtfertigen könnte.“

Es mache einen Unterschied, ob ein Gastronom im Rahmen seiner Vertragsfreiheit nur noch Geimpfte und Genesene bedienen wolle, oder ob der Staat so etwas vorgebe. Ein Arbeitgeber dürfe zudem keinen Mitarbeiter entlassen, sollte er sich einer Impfung verweigern. „Aber es ist durchaus vorstellbar, dass der Arbeitgeber diesen ungeimpften Beschäftigten andere Aufgaben zuweisen kann“, fügte sie hinzu.

Ein weiterer Lockdown oder die Wiederauflage der Bundesnotgrenze seien nicht mehr denkbar, sagte die Justizministerin der Zeitung. „Ich kann mir einen neuen Lockdown nicht vorstellen. Er wäre auch kaum zu rechtfertigen, wenn ein großer Teil der Bevölkerung geimpft ist.“

In Deutschland wird derzeit darüber debattiert, ob Veranstaltungen in Innenräumen auch weiterhin Genesenen, Geimpften und Getesteten (3G-Regelung) offenstehen sollen. Bei einer 2G-Regelung würden nur noch Geimpfte und Genesene zugelassen.

+++ 21. August +++

12:00 Uhr: Heil für Recht auf Corona-Impfung während der Arbeitszeit

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will, dass sich Beschäftigte auch während der Arbeitszeit gegen das Coronavirus impfen lassen können. Man werde die Corona-Arbeitsschutzverordnung anpassen, sagte er der „Augsburger Allgemeinen“. Bei den Hygieneregeln und der Testangebotspflicht werde es bleiben.

Zudem werde man die Arbeitgeber anhalten, „dass sie stärker an der Impfaufklärung mitwirken und Impfungen im Zweifelsfall auch während der Arbeitszeit ermöglichen“. Es sei nötig, dass es beim Impfen noch einmal einen Schub gebe. Dazu brauche man niedrigschwellige Impfangebote, wie es sie an vielen Orten bereits gebe. „Und wir müssen weiter dafür sorgen, dass der Arbeitsplatz nicht zum Ansteckungsort wird“, fügte der SPD-Politiker hinzu.

7:27 Uhr: Großbritannien erteilt Freigabe für Antikörper-Medikament

Die britische Zulassungsbehörde hat grünes Licht für ein Antikörper-Medikament gegeben, mit dem Ex-US-Präsident Donald Trump im vergangenen Jahr behandelt wurde.

Das Medikament Ronapreve reduziere das Risiko eines schweren Verlaufs und könne eingesetzt werden, um Covid-19-Symptome zu behandeln und schwere Verläufe zu verhindern, teilte die Behörde am Freitag mit. Der britische Gesundheitsminister Sajid Javid erklärte, das Mittel der Hersteller Roche und Regeneron solle so schnell wie möglich im Gesundheitssystem eingesetzt werden.

Ein Experte der Universität Oxford, Martin Landray, gab jedoch zu bedenken, dass das Präparat relativ teuer sei. Es werde schwierig sein, zu priorisieren, bei wem das Mittel eingesetzt werden könne. Einem BBC-Bericht zufolge soll eine einzige Behandlung mit dem Präparat bis zu 2000 Pfund (umgerechnet rund 2335 Euro) kosten.

Auch die europäische Zulassungsbehörde EMA prüft die Zulassung von Antikörper-Cocktails. In den USA gibt es bereits seit längerem eine Notfallzulassung.

Monoklonale Antikörper werden im Labor hergestellt und sollen das Virus nach einer Infektion außer Gefecht setzen. Monoklonal bedeutet, dass die eingesetzten Antikörper alle gleich sind und das Virus an einem fest definierten Ziel angreifen. Auch in Deutschland werden solche Behandlungsmethoden in bestimmten Kliniken bereits testweise eingesetzt.

6:52 Uhr: Unionsfraktion blockiert Gesetzesänderung zu Inzidenzwert

Obwohl immer mehr Politiker von CDU und CSU fordern, Corona-Maßnahmen nicht mehr nur anhand von Inzidenzwerten zu beschließen, blockiert die Bundestagsfraktion eine entsprechende Änderung des Infektionsschutzgesetzes. Das meldet „Bild“ (Samstagausgabe) unter Berufung auf Fraktionskreise. Danach lehnte die Unionsfraktion eine Gesetzesänderung noch in dieser Wahlperiode ab.

Zum Ärger der SPD-Fraktion, wie „Bild“ weiter schreibt. Deren rechtspolitischer Sprecher Johannes Fechner (SPD) sagte der Zeitung: „Es ist superärgerlich, dass Unionspolitiker wie Dobrindt oder Laschet andere Parameter als den Inzidenzwert fordern, die Unions-Fraktion eine gesetzliche Regelung hierzu aber blockiert.“

6:43Uhr: Hausärzte: Kinder werden aus „sozialem Gruppendruck“ geimpft

Der Hausärzteverband geht davon aus, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland auch aus „sozialem Gruppendruck“ geimpft werden. „In den kinderärztlichen Praxen und solchen, die Impfungen für Jugendliche anbieten, nimmt das Impftempo zu“, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Das erfolge nicht nur aus medizinischen Gründen.

Grundsätzlich schätzen die Hausärzte die Lage im Gesundheitssystem trotz der steigenden Inzidenzwerte als entspannt ein. „Wir sehen keinen Grund für zusätzliche Beschränkungen, zumal die Belastung des Gesundheitswesens und der Krankenhäuser nicht wesentlich über das normale Maß hinausgeht“, so Weigeldt. Er kündigte zudem an, die Hausärzte würden der Empfehlung folgen, „dass alte und gefährdete Menschen sechs Monate nach ihrer zweiten Impfung eine Auffrischung bekommen“. (dts/dpa/afp)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!