Die Delta-Variante wurde erstmals Ende 2020 im Bundesstaat Maharashtra identifiziert und verbreitete sich in ganz Indien, wobei sie bereits bestehende Linien wie B.1.617.1 (Kappa) und B.1.1.7 (Alpha) verdrängte. Frühere Studien und die Echtzeitdaten zeigen, dass sie sich rascher verbreitet und vor allem Geimpfte anfälliger gegen Erkrankung auch mit schweren Verläufen geworden sind.

Eine in Nature veröffentliche, bereits begutachtete Studie klärt weiter auf, warum das so ist. Die Studie wurde federführend von Forschern des Department of Medicine, University of Cambridge, durchgeführt.

Im Reagenzglas ist B.1.617.2 (Delta Variante) im Vergleich zum Wildtyp (WT) Wuhan-1 6-mal weniger empfindlich gegenüber neutralisierenden Antikörpern von Genesenen und 8-mal weniger empfindlich gegenüber durch Impfung ausgelösten Antikörpern.

Die neutralisierenden Titer im Blut gegen Delta waren bei ChAdOx-1 im Vergleich zu BNT162b2 niedriger. Delta Spike-Viren zeigten auch eine eingeschränkte Empfindlichkeit gegenüber monoklonalen Antikörpern gegen die rezeptorbindende Domäne (RBD) und die N-terminale Domäne (NTD). Delta zeigte im Vergleich zu Alpha eine höhere Replikationseffizienz in den Atemwegen.

In einer Analyse von mehr als 130 mit SARS-CoV-2 infizierten Mitarbeitern im Gesundheitswesen in drei Zentren in Indien während eines Zeitraums, in dem eine gemischte Abstammung zirkulierte, wurde eine geringere Wirksamkeit des ChAdOx-1-Impfstoffs gegen Delta beobachtet.

Bestimmung der Wirksamkeit der Antikörper von Genesenen und Geimpften

Für die Untersuchung wurden Seren von zwölf Personen verwendet, die während der ersten britischen Welle Mitte 2020 infiziert wurden.

Diese Seren wurden auf ihre Fähigkeit zur Neutralisierung eines Delta-Virus-Isolats im Vergleich zu einem Alpha-Variantenisolat und einem Wuhan-1-Wildtyp (WT) Virus getestet. Die Delta-Variante enthält mehrere Spike-Mutationen, die sich an Positionen innerhalb der Struktur befinden, von denen man annimmt, dass sie ihre Funktion verändern.

Das Alpha-Virusisolat reagierte im Vergleich zum WT-Virus 2,3-mal weniger empfindlich auf die Seren und dass Delta 5,7-mal weniger.

Bemerkenswert ist, dass die B.1.351 Beta-Variante, die in Südafrika aufgetaucht ist, in demselben Assay einen 8,2-fachen Verlust an Neutralisierungsempfindlichkeit im Vergleich zum Wildtyp aufweist.

Dasselbe Delta-Lebendvirusisolat wurde auch verwendet, um die Empfindlichkeit für durch Impfstoff erzeugte neutralisierende Antikörper bei Personen zu testen, die mit zwei Dosen ChAdOx-1 oder BNT162b2 geimpft wurden. Diese Experimente zeigten einen Sensibilitätsverlust für Delta im Vergleich zum Wildtyp Wuhan-1 von etwa dem 8-fachen für beide Impfstoffseren, also deutlich mehr als bei den Seren der Genesenen.

Schon in Indien wurden bei Mitarbeitern des Gesundheitsdienstes Infektionen bei zweifach Geimpften festgestellt. In den drei Einrichtungen betrug die Rate um die 10 Prozent.

Die Studie beschränkt sich auf die Untersuchung der Antikörper ohne auf die Rolle und Wirksamkeit der T-Zellen einzugehen, die bei der Immunabwehr sogar die entscheidende Rolle spielen. Aber dennoch zeigt auch diese Studie wieder, dass die Immunität nach Infektion, der durch Impfung erreichten überlegen ist.


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