Der Krieg in der Ukraine und die westlichen Sanktionen könnten zu einem drastischen Anstieg der Treibstoffpreise führen. Ein Schweizer Experte schätzt, dass sich der Preis pro Liter bis zum Jahresende in Frankreich verdoppeln könnte. 

NTD Frankreich-Korrespondent David Vives berichtet darüber.

Wie hoch können die Spritpreise noch steigen?

Für französische Autofahrer könnte es ein Schock werden, wenn sie an einer Tankstelle vorbeifahren.

Laut dem französischen Präsidenten der Petroleum Industries Union seien Kraftstoffpreise bereits seit Ende des Sommers 2021 angestiegen, nachdem der Lockdown aufgehoben wurde.

Mit dem Aufschwung der weltweiten Wirtschaft stieg der Preis für ein Barrel Öl auf 90 bis 95 US-Dollar.

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine hat sich dieser Wert aufgrund der unsicheren Lieferbedingungen um 20 bis 25 Dollar erhöht.

Der Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Guy de la Fortelle erklärt, dass die Treibstoffpreise in Europa das Ergebnis von Entscheidungen der EU-Staaten sind.

„Es handelt sich um ein strukturelles Problem. Die aktuelle Krise zeigt, wie katastrophal unsere europäische Energiepolitik in den letzten 30 Jahren war. Der Krieg ist furchtbar, aber die aktuellen Ereignisse allein hätten ein gesundes System nicht destabilisieren können. Sie zeigen aber, wie krank unser System ist“, so Guy de la Fortelle, Wirtschaftswissenschaftler.

Die Protestbewegung der Gelbwesten hatte 2018 eine Demonstration gegen eine Erhöhung der Treibstoffsteuer initiiert.

Damals lag der Spritpreis für Diesel bei 1,50 Euro pro Liter – oder 5 bis 9 Euro für eine Gallone. 

In Frankreich zeigen viele Tankstellen derzeit Preise von 2 Euro pro Liter für Benzin oder Diesel an.

Experten zufolge ist das Ende des Winters eigentlich die Zeit, in der die Kraftstoffvorräte für den nächsten Winter aufgefüllt werden.

Mit anderen Worten: Die Preiserhöhungen, die wir jetzt erleben, könnten nur der Anfang sein.

Quellen nach könnte der Kraftstoffpreis bis zum Ende des Jahres auf 3,30 Euro pro Liter steigen.

De la Fortelle meint, die Franzosen seien nicht in der Lage, solche Preise zu verkraften, und dies könne die soziale Stabilität gefährden.

„Wir sind nicht darauf vorbereitet. Wir sind überhaupt nicht auf so etwas vorbereitet. Wenn es nicht der Ukraine-Krieg wäre, dann wäre es etwas anderes gewesen. Wenn der Benzinpreis über 3 Euro pro Liter steigt, könnte es in Frankreich zu einem Bürgerkrieg kommen“, so Guy de la Fortelle.

De la Fortelle weist darauf hin, dass überzogene Sanktionen gegen Russland auf die EU-Länder zurückschlagen könnten.

„Die Heftigkeit der europäischen und westlichen Sanktionen ist sehr erstaunlich, denn wir sind nicht so stark, dass wir es uns leisten können, das fragile Finanzsystem und die fragile Weltwirtschaft zu gefährden, so wie wir es aktuell machen“, sagt der Wirtschaftswissenschaftler.

Die Steuern machen 57 Prozent des Kraftstoffpreises in Frankreich aus. De La Fortelle sagt, die Regierung werde die Steuer wahrscheinlich senken, da es keine andere Möglichkeit gebe.



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