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Ampel-Politiker warnen: Verstärkte russische Cyberattacken auf Unternehmen

Die Bundesregierung hält ernsthafte Cyberangriffe für sehr wahrscheinlich.Foto: PHILIPPE HUGUEN/AFP via Getty Images

Aufgrund der klaren, aktiven Positionierung der deutschen Politik zur Ukraine und jüngsten Attacken auf deutsche Behörden und Ministerien sehen mehrere Sicherheitspolitiker der Regierung eine ernstzunehmende Gefahr von weiteren und schwerwiegenderen, russischen Cyberangriffen auf deutsche Unternehmen.

Sicherheitspolitiker der Ampel-Koalition haben vor einer Zunahme russischer Cyberattacken auf deutsche Unternehmen gewarnt. „Die IT-Sicherheitslage in Deutschland muss weiterhin als extrem angespannt betrachtet werden“, sagte der Vorsitzende des Geheimdienstgremiums im Bundestag, Konstantin von Notz (Grüne), dem „Handelsblatt“. Nachdem in den vergangenen Wochen bereits mehrere Anbieter aus dem Bereich der strategischen Infrastruktur angegriffen worden seien, „beobachten wir derzeit eine Ausweitung von Attacken auch auf andere Bereiche“, sagte er.

Der Grünen-Fraktionsvize sprach von „zahlreichen“ Firmen, die verstärkt in den Fokus der Angreifer gerieten. Betroffen seien zudem deutsche Sicherheitsbehörden, Verfassungsorgane wie der Bundestag und wissenschaftliche Einrichtungen.

Teil der Kriegsführung

Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Stephan Thomae, sieht Cyberangriffe „ganz klar“ als Teil der Kriegsführung des russischen Präsidenten Wladimir Putin. „Je mehr Putin unter Druck gerät, sei es durch die Sanktionen des Westens oder ausbleibende Erfolge seiner Truppen in der Ukraine, desto mehr müssen wir mit groß angelegten Angriffen auf Deutschland rechnen“, sagte er dem „Handelsblatt“. Diese Angriffe „könnten nicht nur staatliche Einrichtungen, sondern vermehrt auch die Wirtschaft betreffen“.

Der SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler sagte, die jüngsten Attacken auf deutsche Behörden und Ministerien seien nur ein „Vorgeschmack“ auf mögliche weitere Angriffe. „Russische Cyberangreifer gehören weltweit zu den aggressivsten und fähigsten.“

Von Notz kündigte Gegenmaßnahmen der Ampel-Koalition an. Es würden nun wichtige Vorhaben wie die Vorlage eines Gesetzes zum Schutz strategisch wichtiger Infrastrukturen oder die Schaffung eines beim Technischen Hilfswerk (THW) angedockten Cyberhilfswerk angeschoben.

BVMW besorgt über „schwerwiegende“ Folgen

Der Mittelstandsverband BVMW zeigte sich indes besorgt über die steigende Gefahr durch russische Cyberangriffe. Die Folgen gerade für kleine und mittlere Unternehmen seien „schwerwiegend“, sagte BVMW-Bundesgeschäftsführer Markus Jerger dem „Handelsblatt“. Für Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten habe „eine von vier Cyberattacken sehr schwere oder sogar existenzbedrohende Folgen“, erklärte er.

Jerger sieht mittelständische Unternehmen besonders von Cyberangriffen bedroht, weil es nur bei relativ wenigen Unternehmen regelmäßige Datensicherungen oder Krisenreaktionspläne gebe. Es fehle auch häufig an eigenen IT-Abteilungen und entsprechenden Fachkräften. Zudem sprach sich Jerger dafür aus, dass es eine staatliche Investitionszulage für IT-Sicherheit geben solle.

„Erhöhte Bedrohungslage“

Laut den jüngsten Angaben des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) zur Cyber-Sicherheitslage von Mitte Mai gilt eine „erhöhte Bedrohungslage“ im Zusammenhang mit dem russischen Angriff auf die Ukraine. Die Behörde rief Unternehmen, Organisationen und Behörden dazu auf, ihre  IT-Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und der gegebenen Bedrohungslage anzupassen.

Seit Beginn des Angriffs Russlands auf die Ukraine sei es in Deutschland „zu einzelnen zusätzlichen IT-Sicherheitsvorfällen gekommen, die aber nur vereinzelt Auswirkungen hatten“, führte das BSI weiter aus. Demnach gab es insbesondere sogenannte DDos-Angriffe auf Ziele in Deutschland, die durch massenhafte Anfragen auf eine Serverüberlastung abzielen. Diese Angriffe konnten demnach „in den meisten Fällen abgewehrt werden oder hatten nur geringfügige Auswirkungen“. Daneben gab es laut BSI Cyber-Angriffe auf Unternehmen und Einrichtungen, die weiterhin Geschäftsbeziehungen mit Russland unterhalten. (afp/mf)



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AUTOR

Epochtimes

DATUM

Mai 21, 2022

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