Categories: Medien, Peter F. Mayer, Politik, Russland, Sanktionen1047 words4,1 min read

Millionen werden in den Hungertod getrieben

Die Medien verschweigen diesen ungeheuerlichen Skandal und tischen unverschämte Lügen auf. Verdient der Spiegel die Disqualifikation „Lügenpresse“? Es liegt mir fern, Mainstream-Journalisten pauschal als Lügner zu bezeichnen, denn erstens lügen sie nicht immer und zweitens sind sie viel eher Unterlasser, d.h. sie berichten schlicht und einfach nicht über Dinge, die ihnen aus weltanschaulichen oder anderen Gründen nicht in den Kram passen.

Doch nun hat der Spiegel, der sich selbst als „das führende deutsche Nachrichtenmagazin“ bezeichnet, den Vogel abgeschossen. Ein umtriebiger Spiegel-Reporter berichtete aus „Zug, Basel, Lugano und Zürich„, die “bösen” russischen Oligarchen würden von der Schweiz untertänigst hofiert und seien dort in beschützenden Händen.

Er tut dabei so, als sei ihm völlig entgangen, dass die Schweizer Regierung schon viele Wochen vor seinem “Bericht”, sklavisch die Sanktionen der Europäischen Union gegen russische Reiche übernommen hat und umsetzt. Dass die Regierung damit gegen die Verfassung verstößt, die die staatspolitische Neutralität vorschreibt und dem Land verbietet, sich an Kriegen fremder Mächte zu beteiligen, einschliesslich dem von Washington und Brüssel angezettelten Wirtschaftskrieg gegen Russland, stört den Spiegel und die vielen gleichgesinnten Medien in Deutschland und der Schweiz nicht.

Der geneigte Leser ist nicht überrascht, wenn Der Spiegel, der sich zu einem antirussischen Hetzblatt mauserte, soeben die „Schweizer Willkommenskultur“ für „Russlands Reiche, unter ihnen Kleptokraten und Kriegsverbrecher„, erfunden hat, obwohl die Schweizer Regierung tatsächlich systematisch Jagd auf reiche Russen in der Schweiz macht. Was der Spiegel ebenfalls verschweigt, ist, dass die üppigen russischen Partys auf dem diesjährigen Weltwirtschaftsforum, zu denen Russen nicht mehr zugelassen waren, ausblieben. Dafür feierten die ukrainischen Oligarchen in Davos umso wilder, und das trotz des Krieges in ihrem Land.

Nicht nur die Neutralität, sondern auch die humanitäre Tradition, politisch Verfolgten und Kriegsopfern Schutz zu gewähren, sind seit Jahrhunderten Eckpfeiler der Eidengenossenschaft. Inzwischen wird das Asylrecht von „Gutmenschen“ in der Politik zunehmend missbraucht. Sie nehmen vor allem Wirtschaftsflüchtlinge aus aller Welt auf, darunter auch radikale Islamisten, die in Schweizer Moscheen Hass predigen und nicht wenig Sozialhilfe kassieren, was den Schweizer Steuerzahlern jedes Jahr Milliarden kostet. Aber statt der fiktiven “Willkommenskultur” des Spiegels ist auf reiche Ausländer, die in der Schweiz nicht zu knapp Steuern bezahlen und unauffällig leben, eine regelrechte Hatz entfacht worden.

Der bekannteste der gejagten Russen ist Andrey Melnichenko, ein Physiker und erfolgreicher Selfmade-Unternehmer, der vom international ausgezeichneten Banker zum Industriellen aufstieg und sogar eine Megayacht baute, die ihm Apple-Gründer Steve Jobs abkaufen wollte.

Melnichenko ist in Weißrussland geboren. Seine Mutter ist Ukrainerin, sein Vater Weißrusse.

Der Unternehmer ist Eigentümer von EuroChem, einem weltweit führenden Düngemittelproduzenten, und von Kohleunternehmen. Seine Unternehmen beschäftigen weltweit 130 000 Mitarbeiter.

Melnichenko wird beschuldigt, ein „Putin-Anhänger“ zu sein, natürlich ohne jeden Beweis. In einem Interview sagte er der Weltwoche, der einzigen europäischen Zeitung, die sich für sein Schicksal interessierte: „Ich werde bestraft, weil ich Russe und reich bin“. Dabei ist er weder ein „Oligarch„, noch gehört er zu „Putins innerem Kreis„, wie die EU und die Schweiz behaupten. Selbst seine Frau, ein kroatisches Model, wurde sanktioniert. Nach dem russischen Einmarsch in der Ukraine erklärte er, der Krieg in der Ukraine sei „wirklich tragisch„, und er rief zum Frieden auf. Ein Sprecher von Melnichenko sagte damals auch, dass er „keine politischen Verbindungen“ habe. Seine Anwälte protestieren seit Monaten in Brüssel und Bern, aber er und seine Frau erhalten nicht einmal eine rechtliche Anhörung.

Sein Unternehmen EuroChem produzierte im Jahr 2021 19,1 Millionen Düngemittel, womit 80 Millionen Tonnen Getreide produziert und 280 Millionen Menschen ernährt wurden. Da er und seine Frau keinen Zugang mehr zu ihrem Unternehmen haben und es aufgrund der Sanktionen von Banken, Behörden und Geschäftspartnern geächtet wird, ist die Düngemittelproduktion gefährdet und damit die Ernährung von Millionen von Menschen, vor allem in armen Ländern. Selbst wenn in der Ukraine 15 Millionen Tonnen Getreide blockiert sind, ist dies nur ein kleiner Bruchteil der riesigen Ernteverluste, die jetzt durch die Sanktionen der Europäischen Union gegen die Düngemittelhersteller verursacht werden. Obwohl es sich hier um einen handfesten Skandal handelt, scheren sich der Spiegel und der Rest des arroganten und stets moralisierenden Mainstreams einen feuchten Kehricht darum.

Melnichenko lebte seit 2009 mit seiner Frau und seinen Kindern in St. Moritz. Da er nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine auf eine EU-Sanktionsliste gesetzt wurde, wurden alle seine Vermögenswerte, Häuser, Autos usw. beschlagnahmt. Er und seine Familie dürfen nicht in ihr Haus in der Schweiz zurückkehren. Die in der Europäischen Union und der Schweiz wie Verbrecher behandelte Familie hat inzwischen Zuflucht in den Vereinigten Arabischen Emiraten gefunden. Die Schweizer Regierung hat nicht einmal auf seine Briefe und die seiner Anwälte geantwortet.

Sowohl die Europäische Union als auch die Schweiz haben bisher zivilisierte Werte wie Eigentumsgarantie, Rechtsstaatlichkeit, keine Strafe ohne Gesetz, Unschuldsvermutung und das Recht, sich zu verteidigen, gepflegt. Natürlich berichten Medien wie der Spiegel nicht über den Rückfall in Stammesjustiz, Sippenhaft und Willkür. Stattdessen putzen sie sich lieber die Schuhe an der Schweiz ab und lügen dreist über eine nicht existierende „Willkommenskultur“, die angeblich „Russlands Reiche, darunter Kleptokraten und Kriegsverbrecher“, freudig willkommen heißt und hofiert.

Tipp vom Autor: Diejenigen, die erst jetzt gemerkt haben, dass sie für Desinformation, Manipulation und Lügen teuer bezahlen, sollten die entsprechenden Konsequenzen ziehen und ihre Mainstream-Abonnemente kündigen.

Bild von Batatolis Panagiotis auf Pixabay

Gastbeiträge geben immer die Meinung des Autors wieder, nicht die von TKP. Wir veröffentliche sie aber gerne, um ein vielfältigeres Bild zu geben. Die Leserinnen und Leser dieses Blogs sind auch in der Lage sich selbst ein Bild zu machen.

Felix Abt ist Schweizer Unternehmer und Autor von “A Capitalist in North Korea: My Seven Years in the Hermit Kingdom” und von “A Land of Prison Camps, Starving Slaves and Nuclear Bombs?


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AUTOR

Felix Abt

DATUM

Juli 29, 2022

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