Categories: Inside Paradeplatz, Medien, News, Umwelt585 words2,3 min read

CS-Aktie mit (kurzem) Körner-Rallye

Ulrich Körner hat in seiner Tiefgarage eine eindrückliche Auto-Sammlung. Gegen 20 Wagen sollen dort stehen, darunter auch wertvolle Oldtimer. Mit diesen absolviert er Rallyes, so Peking-Paris.

In den nächsten Monaten fehlt dem neuen Chef der Credit Suisse dafür die Zeit. Er muss die Paradeplatz-Bank retten und stabilisieren.

Die Investoren scheinen guten Mutes. Die Aktie der CS hat seit der Ankündigung von Körner als frischen CEO letzten Mittwoch deutlich zugelegt.

Ihr Kurs stieg um über 6 Prozent, während jener von Erzrivale UBS, bei der Körner nach seiner ersten Phase bei der CS und bis zu seinem Comeback bei der Nummer 2 vor Jahresfrist aktiv gewesen war, leicht hinterher hinkte.

Ein kleiner „Körner-Effekt“ an der Börse also. Der SMI blieb stabil.

Zuvor hatte die Aktie der CS massiv an Wert verloren. Seit Anfang 2022 notiert sie mit einem Minus um 39 Prozent. Im 12-Monats-Vergleich resultiert ein Rückgang um 41 Prozent, der SMI verlor in dieser Zeit „nur“ 8 Prozent.

Heute früh gings allerdings bereits wieder in die andere Richtung: Nach Börsenstart verlor die CS-Aktie deutlich.

Körners Ruf als „kalte Schnauze“ eilt dem Deutschen mit Zweitpass Schweiz voraus. Er soll den „gefrässigen“ Investmentbanker der CS in New York und London den Garaus machen.

Gleichzeitig hat Körner bei der UBS ein Milliarden-Kostenprogramm geleitet. Das Gleiche steht nun der CS bevor, die ihre gesamten Aufwände auf unter 15,5 Milliarden senken will.

2021 summierten sich die Kosten der CS noch auf 19 Milliarden, viel zu viel angesichts der einbrechenden Einnahmen im Geschäft.

Die Rating-Agenturen bleiben skeptisch. „Credit Suisse’s outlook was cut to negative by S&P after the bank shuffled its top execs and posted a run of losses“, meldete Moody’s gestern. „Moody’s downgraded the lender’s senior unsecured debt to Baa2.“

Der relativ steile Anstieg der CS-Aktie seit knapp einer Woche – sie liegt derzeit bei 5,54 Franken, einen halben Franken weg von der neuen „Todeslinie“ von 5 Franken – ist ein Zeichen dafür, dass neue Hoffnung aufkommt.

Uli the Knife – nicht Knight (CS)

Selbst die Nachricht von Bloomberg, wonach „Intim“-Feind Bidsina Iwanischwili, ein Ex-Premier von Georgien, nach seinem 600-Millionen-Dollar-Triumph auf Bermuda nun ähnlich erfolgreich sein könnte in Singapur, hat die Anleger nicht abgeschreckt.

Ebensowenig wie die jüngste Bloomberg-Nachricht, wonach die CS seit Juni 300 Millionen Dollar Boni aufgeworfen hat, um ihre zentralen Leute bei der Stange zu halten.

Diese flüchten in Scharen, zuletzt selbst in jenem Bereich, der durch die ganze Krise hindurch als einziger stets gute Resultate erwirtschaftet hatte: die CS Schweiz.

Nachdem sich Schweiz-Chef André Helfenstein von seinem flamboyanten Private Banking-Chef Serge Fehr getrennt hatte, sprang mit Christian Steinmann ein weiterer Spitzenmann in Helfensteins Truppe von Bord.

Steinmann, ein Schlachtross mit fast 3 Jahrzehnten CS auf dem Rücken, heuerte bei der Waadtländer Kantonalbank an. Lieber KB als CS – das sagt alles über das CS-Problem des Massenexodus von Top-Kadern.

Mit viel Extrageld versuchen Körner und Co., das Abflussloch zu stopfen.

„The downgrade of CS’s ratings reflects (1) the challenges the group is facing in successfully executing on its previously announced repositioning of its investment bank in the more difficult macroeconomic and market environment as well as uncertainty as to the business and financial implications of the group’s plans to take further steps to achieve a more stable, capital light and better aligned investment banking business“, zeichnet Moody’s ein kritisches Bild.

Der Grossumbau – weg vom erratischen Global Trading, hin zum berechenbaren Private Banking – sei herausfordernd. Insbesondere im momentanen Krisenumfeld, so die Moody’s Kredit-Experten.

Leave A Comment

AUTOR

Lukas Haessig

DATUM

August 2, 2022

SHARE
NEUE VIDEOS/AUDIOS

Ähnliche Beiträge