Kategorien: 428 WörterVeröffentlicht am: 2. Mai 2022 17:231,6 min lesen

Wer Krieg will, soll diesen auch selbst führen!

Liebe Edelpazifisten, verehrte Halbschuhtouristen, sehr geehrte
Wehrdienstverweigerer und Bienenstichallergiker, geschätzte
Schreibtischsoldaten und Medienakrobaten! Liebe Klitschko-Fanboys,
Russen-Hasser, Biden-Trolle und Selensky-Liebhaber! Ihr wollt also den
totalen Krieg, für die Ukraine an die Front ziehen, seid ganz geil, Europa
zum Kriegsschauplatz zwischen den USA und Russland zu machen. Vor einem
klitzekleinen Virus aus Wuhan hattet Ihr unlängst noch die Hose gestrichen
voll, den Angstschweiß vor dem Polit-Ebola riecht man noch bis hier her. Den
russischen und amerikanischen Atomraketen wollt Ihr hingegen trotzen, Euch
mutig dem Strahlenpilz stellen. Vor einigen Wochen wolltet Ihr noch jedes
Menschenleben mit Maske, Tests und Spritzen retten, jetzt wollt ihr die
Atombomben über dem ganzen Kontinent glühen lassen und hunderte Millionen
von Menschen opfern. Beim Wehrdienst ward Ihr untauglich, seid klein und
feig vor dem Dienst am Land davongerannt, aber nun kann der Gewehrkolben gar
nicht groß genug sein. Ja, wenn man sonst in allen kleinen Details,
nebensächlich und minimalistisch gebaut ist, muss wenigstens das eigene
Kanonenrohr durch stolze Heldengeschichten poliert werden. Die Stunde der
friedfertigen Krieger in braunen Windelhosen hat geschlagen. Die Millionen
von Toten im Irak waren Euch egal, die hunderttausenden toten Kinder und
Frauen im Jemen sinds Euch noch immer. Auch die Opfer von Bomben in
Afghanistan sind Euch herzlich wurscht und das Leid von Syrern ist Euch zu
abstrakt. Dass mit Euren Milliarden die EU jenen Herrn Erdogan füttert, der
mit Eurem Geld durch die wundersame Wandlung in US-Waffen Kurden ausbombt,
stört Euer bisher friedfertiges Leben nicht. Denn die Türkei ist ein
NATO-Staat, da haltet Ihr das Maul. Und Kurden kennt Ihr auch keine. Nun
seid Ihr wach, Ihr seid allzeit bereit. Schwere Waffen gehören in die
Ukraine geliefert, Euer Blutdurst ist ungestillt. Da hätte ich einen
Vorschlag. Statt schweren Waffen schicken wir Euch. Ja, Euch persönlich samt
one way ticket. Jeder und jede, die Krieg in der Ukraine führen will, die
Waffen in die Ukraine zur Verlängerung des Leids fordert, soll persönlich
hingehen und kämpfen. Mit dem umweltfreundlichen Segel-Flugzeug, mit der
Bahn, mit dem Bus, mit dem E-Rad, dem E-Auto oder zu Fuß. Ab nach Kiew einen
Helm, eine Schutzweste, ein Gewehr ausfassen und ab an die Front. Jeder der
das Maul aufreißt, den Krieg auf uns alle ausdehnen will, soll zuerst im
Schützengraben ohne Brot und Wasser am eigenen Leib spüren, was das Leid des
Krieges bedeutet. Denn wenn jeder neue mutige Kriegsherr den Wahnsinn selbst
bewerkstelligen müsste, gäbe es keinen Krieg mehr.

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AUTOR

Gerald Grosz

DATUM

Mai 2, 2022

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