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Der Finanz-Feudalismus treibt in den Krieg | Von Rob Kenius

Published On: 28. Mai 2022 12:04

Ein Kommentar von Rob Kenius.

Die Wirtschaft strebt zum Erwerb von Geld. Das gilt auch für den privaten Bereich. Die meisten Menschen wollen soviel Geld wie möglich verdienen oder an sich ziehen. Geld ist Mittel zum Wohlstand und Ziel des Handelns.

Geld ist offensichtlich der höchste Wert in unserer Zivilisation, aber es gibt einen materiellen, sogar mathematisch nachweisbaren Grund, dass dies falsch ist: Als höchster Wert und als Ziel des Handelns ist Geld immer weniger geeignet, ganz einfach, weil es viel zu viel und immer mehr davon gibt.

Die Geldmenge wird durch die Vergabe großer Kredite, besonders an Staaten, ständig vermehrt und der größte Kredit der jährlich vergeben wird, ist der Kredit der US-Notenbank FED an die Regierung der USA. Die Neuverschuldung der USA ist in den letzten Jahren fast genau gleich den Militärausgaben. Im Jahre 2022 sind das 800 Milliarden US-Dollar.

US-Schulden und Militär-Etat

Es besteht zwischen der privaten FED und der Administration der USA ein Einvernehmen, dass dieser Staats-Kredit nie zurückgezahlt wird. Das Bankenkonsortium finanziert damit das US-Militär und erhöht gleichzeitig die Menge an Dollars um diesen Betrag.

Das müsste eigentlich zur Inflation führen. Bis vor kurzem hatten wir nur Finanzinflation, erst am Aktienmarkt, dann bei Immobilien und jetzt sickert das Geld der Geldbesitzer in den Konsumbereich. Das liegt nur teilweise an den Sanktionen gegen Russland, der Hauptgrund ist die viel zu große Geldmenge. Dreiviertel allen Geldes sind überflüssig und kursieren fast nur in der Finanzwelt, Billionen verstecken sich auf geheimen Konten.

Die Inflation in den USA wurde und wird dadurch abgebremst, dass der Dollar die globale Leitwährung ist. Das bedeutet, der Wert des Dollars bleibt gleich, obwohl die Menge an Dollars ständig wächst und die USA mit diesen Dollars ihr riesiges Defizit ausgleichen. Sie kaufen und finanzieren alles, was sie in der Welt kriegen können.

Bis vor kurzem war die chinesische Währung noch fest an den Dollar gekoppelt. China hat damit den Dollar gestützt und so auch indirekt das US-Militär mitfinanziert, denn das Militär verursacht das große Defizit und die entsprechende Vermehrung der Geldmenge. Alle Staaten, die den US-Dollar als Leitwährung anerkennen, insbesondere Saudi-Arabien, beteiligen sich so an der Finanzierung der US-Militärpräsenz. Die Chinesen haben das jetzt revidiert.

Militär als realer Arm der Finanzmacht

Das Militär hat die Aufgabe, zu verhindern, dass große oder reiche Länder den US-Dollar nicht mehr als Leitwährung anerkennen, insbesondere dann, wenn sie Ölquellen besitzen. Die Ölländer sollen Öl nur gegen Dollar verkaufen, so dass die Käufer ihr eigenes Geld erst gegen US-Dollar tauschen müssen, ehe sie Öl bekommen. Wer sein Öl frei handelt, gerät auf den Radarschirm der US-Militärmacht.

So geschah es mit Irak und Libyen, es wurde versucht in Syrien. Auf der Liste der Widerspenstigen stehen schon lange Venezuela und Iran und ganz oben, an erster Stelle, Russland. Mit der riesigen überschüssigen Geldmenge würden Investoren gerne an das russische Öl und die Bodenschätze in Sibirien. Aber die Quellen und Minen sind in Staatsbesitz und werden nicht verkauft. Russland verkauft nur Öl und Gas, auch Diamanten und Erze, aber die Lagerstätten werden nicht privatisiert.

Unter Jelzin war das anders, da haben Oligarchen sich das Staatseigentum gegriffen und an den Westen verscherbelt. Der Nachfolger Putin hat das Spiel durchschaut und damit Schluss gemacht. Auch China erkennt den Dollar seit kurzem nicht mehr als Leitwährung an und wird jetzt von den USA militärisch bedroht: Flugzeugträger im Chinesischen Meer und andere Aktivitäten in der Region. Man interessiert sich auf einmal sehr für Taiwan und dessen Konflikt mit dem Mutterland China.

Das US-Militär greift Russland und China aber nicht an, weil diese Staaten zu groß sind und Atomwaffen besitzen, sie werden erst einmal bedrängt und eingeschnürt. Die psychologische Kriegsführung der USA und der NATO-Staaten gegen Russland läuft seit Jahrzehnten. Viele junge Deutsche kennen gar nichts anderes als diese Narrative und Ideologie.

Die Funktion der NATO ist hinlänglich bekannt. Man erkennt das leicht, wenn man im Zeitraffer die Entwicklung der NATO-Anschlüsse auf der Landkarte Osteuropas verfolgt. Nachdem die SU sich aufgelöst hat, dient die NATO der Einschnürung Russlands. Im Gegensatz zur realen Funktion der NATO steht deren Ideologie, die von Verteidigung gegen einen aggressiven Gegner ausgeht. Im Zeitablauf der Osterweiterung ist leicht erkennbar, wer sich hier aggressiv verhält.

Russland ist mit seiner riesigen Fläche und den entsprechenden Bodenschätzen für die unendliche Finanzmacht der USA das begehrteste Objekt auf dem Globus.

Die virtuelle Macht des Fiat-Geldes, das keinen materiellen Gegenwert in Form von Goldreserven mehr hat, zielt mit Rüstung und Militär auf die real vorhandenen Bodenschätze im größten Land der Welt. Das US-Militär und seine weltweite Präsenz sind der reale Arm der amerikanischen Finanzmacht.

Rüstung bringt nicht Frieden, sondern Krieg

Dass irgendwann ein Krieg ausbrechen würde, ist bei der Taktik der Finanz- und Militärmacht USA selbstverständlich und wird gerne in Kauf genommen. Dass es gerade die Ukraine trifft, war vorhersehbar, denn Ukraine wäre das größte NATO-Land Europas, direkt an der Grenze Russlands.

Die längste Zeit in ihrer Geschichte hat die Ukraine zu Russland gehört. Kiew ist eine der ältesten von Russen gegründeten Städte, älter als Moskau, Washington und Berlin. Die Ukraine ist instabil und bereits seit 2014 im Bürgerkrieg gegen die eigenen Ostprovinzen, denen im Minsker Abkommen Autonomie zugesagt wurde.

Eine Lösung des Problems wäre einfach: Kein Nato-Beitritt, Neutralität und Abkehr vom Nationalismus einer radikalen Minderheit in diesem größten und fruchtbarsten Agrarland Europas. Schwerter wieder zu Pflugscharen!

Das wollen aber die USA und ihre Finanzmacht auf keinen Fall. Sie müssen mit ihren überschüssigen Dollar-Billionen irgendwo hin, wo reale Werte zu haben sind. Russland ist das lukrativste Objekt dieser Art auf dem Globus und Ukraine das große Einfallstor, das schon halb geöffnet ist.

Gegen Friedensverhandlungen wird jetzt sophistisch argumentiert: Wenn wir mit Russland verhandeln, akzeptieren wir die Anwesenheit des russischen Militärs in der Ukraine. Das heißt, wir können nicht verhandeln, weil wir die Realität nicht anerkennen wollen. Aber hallo!

Wieso Deutschland im Jahre 2022 statt Frieden zu vermitteln als Kriegstreiber gegen Russland auftritt, sich wieder zur Militärmacht aufrüstet und sich dafür begeistert, schwere Waffen ins Kriegsgebiet zu liefern, das ist eine Frage, die niemand rational beantworten kann. Es sei denn, man sagt einfach, wir machen das, was die USA wollen, und warum? Weil die am meisten Geld haben. Das wäre wenigstens ehrlich.

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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung des Beitrags.

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Rob Kenius betreibt die systemkritische Webseite https://kritlit.de

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Bildquelle: gualtiero boffi / shutterstock

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