Die Donbass-Republiken und die Ukraine haben einen vielbeachteten Gefangenenaustausch durchgeführt, der in Russland auch kritisiert wird.

In dieser Woche wurde ein Gefangenenaustausch bekannt, der in Russland und dem Donbass keineswegs nur Freude hervorgerufen hat. Nach offiziellen Angaben wurden 56 Personen des Donbass gegen 215 ukrainische Soldaten, darunter auch als Kriegsverbrecher angeklagte Mitglieder und Kommandeure des Asow-Bataillons, ausgetauscht. Dass bekennende Nazis, die Kriegsverbrechen begangen und Zivilisten mit Artillerie beschossen haben, ausgetauscht wurden, trifft auf russischer Seite auf sehr viel Kritik.

Inoffiziell habe ich in Moskau gehört, dass in Wahrheit die gleiche Anzahl von Gefangenen ausgetauscht wurde. Das sagte zwar ein mit Vorgang vertrauter hoher russischer Vertreter, aber das war eine inoffizielle Aussage, von der ich nicht prüfen kann, ob sie der Wahrheit entspricht. Bleiben wir also bei den offiziellen Zahlen.

Offiziell war es ein Austausch, den die DNR mit der Ukraine über Mittelsleute verhandelt hat. Daher war es der Chef der Donezker Volksrepublik, der von der russischen Nachrichtenagentur TASS dazu unter anderem wie folgt zitiert wurde:

„In Anbetracht der Tatsache, dass wir [in der DNR] um ein Vielfaches mehr Kriegsgefangene der ukrainischen Armee und anderer ukrainischer bewaffneter Formationen haben, was es uns im Prinzip erlaubte, dieser Formel zu folgen, haben viele geäußert, warum [der in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag stattgefundene Gefangenenaustausch] nicht „einen gegen einen“ stattgefunden hat. Hier sollte man sich an der aktuellen Situation und der Verfügbarkeit der entsprechenden Austauschreserve orientieren. <…> Sobald es in Zukunft möglich ist, unsere Leute rauszuholen, werden wir das tun.“

In einer weiteren Meldung hat die TASS eine Zusammenfassung der bekannten Fakten gebracht, die ich übersetzt habe. Im Anschluss an die Übersetzung werde ich noch weitere Erläuterungen dazu geben.

Beginn der Übersetzung:

„Das Leben unserer Jungs ist das Wichtigste“ – Puschilin über die Rückkehr von 56 Gefangenen beim Austausch mit der Ukraine

Kiew wurden 215 Menschen, darunter Vertreter der ukrainischen nationalistischen Bataillone übergeben, sagte der Leiter der DNR

Der Chef der Volksrepublik Donezk, Denis Puschilin, äußerte sich am Donnerstag zu dem am Vorabend erfolgten Gefangenenaustausch mit Kiew. Er betonte, dass er den entsprechenden Erlass persönlich unterschrieben habe, da man die Seinen nicht im Stich lasse.

Im Rahmen des Austauschs wurden 55 Militärangehörige und der ukrainische Politiker Viktor Medwedtschuk freigelassen. Kiew wurden 215 Personen, darunter Vertreter ukrainischer nationalistischer Bataillone übergeben.

Die TASS hat die wichtigsten Informationen über den Austausch zusammengestellt.

Ein schwieriger Austausch

Puschilin erklärte, dass 56 Personen freigelassen worden seien, davon 55 Soldaten, 50 aus der Russischen Föderation und weitere fünf aus dem Donbass: vier DNR-Gefreite und ein LNR-Unteroffizier.

Nach Angaben des Chefs der DNR gestalteten sich die Verhandlungen sehr schwierig, da die Ukraine den Austauschprozess in bestimmten Phasen fast vollständig unterbrochen hat.

Zuvor hatte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Generalleutnant Igor Konaschenkow, erklärt, dass sich alle freigelassenen Personen in medizinischen Einrichtungen des russischen Verteidigungsministeriums befänden und dort die notwendige psychologische und medizinische Hilfe erhielten.

Medwedtschuks Freilassung

Auch Viktor Medvedchuk, der in der Ukraine im Zusammenhang mit einem Strafverfahren inhaftiert war, in dem er unter wegen „Hochverrat“ und „Beihilfe zu Aktivitäten terroristischer Organisationen“ angeklagt worden war, konnte freigelassen werden.

Puschilin zufolge hat Medwedtschuk einen besonderen Beitrag zu früheren Austauschmaßnahmen geleistet. „Allein vor meinen Augen, im Rahmen des Minsker Prozesses und außerhalb davon, wurden unter Beteiligung von Viktor Medwedtschuk über tausend unserer Leute freigelassen, die unter den Bedingungen, unter denen sie festgehalten wurden, einfach nicht überlebt hätten“, betonte der Chef der DNR.

Vertreter der nationalistischen Bataillone

Puschilin räumte ein, dass unter den 215 Personen, die im Rahmen des Austauschs an Kiew übergeben wurden, auch Vertreter nationalistischer Bataillone waren. „Das sind Kriegsverbrecher, das ist uns allen klar, aber die Aufgabe ist es, unsere Leute so schnell wie möglich zurückzubringen“, sagte er.

Der Chef der DNR sagte, er „fühle das gleiche, wie die Menschen, die Vergeltung und Gerechtigkeit für diese Kriegsverbrecher fordern.“ Er habe sich jedoch von der Tatsache leiten lassen, dass das Leben der verbündeten Soldaten wichtiger sei als alles andere, so der Staatschef der Republik.

Puschilin sagte, dass „ich bei der Unterzeichnung des Dekrets auch andere Emotionen und Gefühle erlebt habe. Ich habe mich erinnert, wie es ist, wenn man den Männern, die man zurückbringt, in die Augen schaut, in die Augen ihrer Frauen, ihrer Mütter, ihrer Kinder. Für mich ist das das Wichtigste geworden. Hier müssen wir verstehen, dass das Leben unserer Jungs wichtiger ist als alles andere. Wir haben nicht das Recht dazu, unsere eigenen Leute im Stich zu lassen und wir tun das nicht“, sagte er.

Ende der Übersetzung

Gegenseitige Foltervorwürfe

Vor allem die Tatsache, dass auch Kommandeure des Asow-Bataillons freigelassen wurden, wurde in Russland kritisiert. Allerdings können diese Kommandeure nicht mehr an den Kämpfen teilnehmen, weil der türkische Präsident Erdogan sich verpflichtet hat, sie in der Türkei aufzunehmen und dass sie, solange die Kämpfe andauern, das Land nicht verlassen dürfen.

Dass beide Seiten behaupten, ihre Soldaten seien in der Gefangenschaft gefoltert worden, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber. Während es viele Beweise dafür gibt, dass russische Soldaten in ukrainischer Gefangenschaft gefoltert (und sogar massenhaft kastriert) wurden, wurden für die ukrainischen Foltervorwürfe gegen Russland nie Beweise vorgelegt.

Ausländische Söldner und Medwedtschuk

An den Verhandlungen waren offenbar viele Staaten beteiligt, denn nicht nur die Türkei hat eine Rolle gespielt, aus irgendeinem Grund war auch Saudi-Arabien involviert. Bei dem Austausch wurden mehrere ausländische Kämpfer freigelassen, die auf der Seite der Ukraine gekämpft hatten. Darunter auch solche, die in Donezk bereits zum Tode verurteilt waren, wie zum Beispiel der Brite Aiden Aslin, den ich im Gefängnis besuchen und interviewen konnte. Die Ausländer wurden zunächst nach Saudi-Arabien geflogen.

Auch die Freilassung von Viktor Medwedtschuk gibt Rätsel auf, denn vor einiger Zeit hat der Kreml erklärt, er werde nicht über Medwedtschuks Freilassung verhandeln, weil er ukrainischer Staatsbürger und kein Russe ist. Dass Medwedtschuk ein Freund von Putin ist, Putin ist Patenonkel von Medwedtschuks Kind, sollte keinen Einfluss darauf haben.

Medwedtschuk war der gewählte Oppositionsführer im ukrainischen Parlament, bevor Selensky alle oppositionellen Parteien verboten und die führenden oppositionellen Politiker verhaften ließ. Medwedtschuk wurde vom ukrainischen Geheimdienst festgenommen und nach Aussagen aus Kiew auch gefoltert, was westliche Medien jedoch verschweigen.

Es ist also in der Tat schwer einzuschätzen, wie die Verhandlungen verlaufen sind und warum es zu dieser Einigung gekommen ist, denn der „Wert“ der Gefangenen für die jeweiligen Seiten ist schwer einzuschätzen. War Medwedtschuk dem Kreml so wichtig, dass es zu dieser „großzügigen“ Lösung gekommen ist? Welchen „Wert“ hatten die ausländischen Söldner für den Westen? Und nicht zuletzt: Da der Austausch für die Öffentlichkeit überraschend gekommen ist und hinter verschlossenen Türen unter Beteiligung vieler Staaten verhandelt wurde, wissen wir nicht, welche Einigungen noch getroffen wurden, die nicht an die Öffentlichkeit gekommen sind. Es bleibt also viel Raum für Spekulationen.


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