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Die Logik der Außenpolitik der USA

Published On: 1. Januar 2020 20:00

Veröffentlicht: Mai 2018 Aktualisiert: Februar 2022 Wie kann die US-Außenpolitik systematisch und rational erklärt werden? Die folgende Tabelle – basierend auf einem Modell der Politikwissenschaftler David Sylvan und Stephen Majeski – zeigt die langjährige imperialistische Logik hinter den diplomatischen und militärischen Interventionen der USA weltweit. Klicken Sie zur Vergrößerung 🔎 Aufgrund ihrer wirtschaftlichen und militärischen Überlegenheit nimmt die USA seit dem Zweiten Weltkrieg und insbesondere seit 1990 die Rolle eines modernen Imperiums ein. Dieser Status impliziert eine sehr spezifische und wirklich imperiale Logik für ihre Außenpolitik (siehe Abbildung oben). Die zentrale Unterscheidung (#1 in der Abbildung oben) aus imperialer Sicht besteht zwischen Klienten- und Nicht-Klientenstaaten. Der Begriff des Klientenstaates geht auf die Zeit des Römischen Reiches zurück und bezeichnet Staaten, die im Grunde genommen selbstverwaltet sind, aber ihre Außen- und Sicherheitspolitik sowie ihre Regierungsnachfolge mit dem Imperium abstimmen. Im Fall bestehender Klientenstaaten (linke Seite des Diagramms) muss das Imperium zwischen routinemäßiger Verwaltung (B – z.B. Schweiz und Österreich), militärischer oder nicht-militärischer (z.B. wirtschaftlicher) Unterstützung (D bis I – z.B. Kolumbien und Pakistan) oder dem Versuch, unakzeptable Klientenregierungen demokratisch oder militärisch zu ersetzen (A – z.B. Griechenland 1967, Chile 1973) entscheiden. In bestimmten Fällen kann eine Klientenregierung trotz imperialer Unterstützung nicht mehr an der Macht bleiben und muss fallen gelassen werden oder der Klientenstaat muss insgesamt aufgegeben werden (C, F, G – z.B. Südvietnam 1975 oder Iran 1979). Im Fall von Nicht-Klientenstaaten (rechte Seite des Diagramms) ist die Situation ganz anders. Wenn eine Region neu in den Einflussbereich des Imperiums gelangt, wird das Imperium zunächst versuchen, seine Mitglieder friedlich als Klientenstaaten zu gewinnen (J). Dies war zum Beispiel in Osteuropa und den baltischen Staaten nach 1990 der Fall. Die östliche Erweiterung der NATO (CFR/NATO) Wenn ein Staat jedoch die Rolle eines Klientenstaates ablehnt, wird er früher oder später zu einem Feindstaat. Denn allein durch seine Unabhängigkeit und Autonomie stellt er den Anspruch des Imperiums auf Hegemonie in Frage und bedroht somit seine innere und äußere Stabilität, da ein Imperium, das seine Hegemonie nicht mehr durchsetzen kann, auseinanderfallen wird. Auf diese Weise rutschen die meisten Imperien in eine fast unvermeidliche Zwangserweiterung, die letztendlich selbst grundlegend friedliche Staaten betrifft. Im Falle von Feindstaaten muss das Imperium zunächst entscheiden, ob militärische Maßnahmen erfolgversprechend sind oder nicht (#11). Wenn nicht, wird das Imperium möglicherweise Verhandlungen aufnehmen und je nach Erfolgsaussichten entweder den Feindstatus beenden (K) oder Sanktionen verhängen oder einen (zivilen) Regimewechsel anstreben (L). Typische Beispiele für diese Situation sind derzeit der Iran, Nordkorea, Russland und zunehmend China. Es ist kein Zufall, dass die meisten dieser Staaten über Atomwaffen verfügen oder danach streben, denn nur so kann der entscheidende Schalter #11 dauerhaft von militärischen auf nicht-militärische Szenarien umgelegt werden. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Verfügbarkeit von wichtigen Rohstoffen wie Öl und Gas, denn ohne sie ist es langfristig nicht möglich, die Unabhängigkeit aufrechtzuerhalten. Das Hauptanliegen bei Rohstoffen ist daher nicht, dass das Imperium sie direkt besitzen möchte – schließlich haben auch Feindstaaten wie die ehemalige UdSSR, das moderne Russland, der Iran, Libyen oder Venezuela ihre Rohstoffe immer an den Westen verkauft – sondern dass Rohstoffe Feindstaaten Unabhängigkeit und Einfluss verleihen, was aus imperialer und hegemonialer Sicht eine Bedrohung darstellt. Wenn das Imperium andererseits eine militärische Aktion als erfolgversprechend einschätzt, stellt sich die nächste Frage, ob der Feindstaat oder seine Regierung internationale Legitimität besitzt (#13). Wenn ja, muss eine verdeckte feindliche Intervention vorbereitet werden, wenn nein, ist eine offene feindliche Intervention möglich. In vielen Fällen kann ihre autokratische Regierungsform genutzt werden, um Feindstaaten internationale Legitimität abzusprechen. Libyen und Syrien/Libanon waren die letzten Mittelmeerländer, die nicht Mitglieder der Mittelmeerpartnerschaft der NATO waren (rot) und stattdessen ihre eigene Regionalpolitik verfolgen wollten. (NATO) Verdeckte feindliche Interventionen umfassen insbesondere einen Staatsstreich (M – z.B. Iran 1953, Ägypten 1956) und verdeckte Unterstützung für Rebellen (N – z.B. Afghanistan 1979ff) oder Exilgruppen (O – z.B. Kuba 1961ff). Dies sind im Allgemeinen klassische Geheimdienstoperationen. Im Falle offener feindlicher Interventionen besteht der erste Schritt darin festzustellen, ob ein Fe

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The Logic of US Foreign Policy

Published: May 2018 Updated: February 2022 How can US foreign policy be explained in a systematic and rational way? The following chart – based on a model developed by political science professors David Sylvan and Stephen Majeski – reveals the longstanding imperial logic behind US diplomatic and military interventions around the globe.  Click to enlarge 🔎 Due to its economic and military supremacy, the Unites States has been assuming the role of a modern empire since the Second World War and especially since 1990. This status implies a very specific, and a genuinely imperial, logic of action for its foreign policy (see figure above). The central distinction (#1 in the figure above) from the perspective of an empire is that

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Categories: English, Politik, Quellen, Swiss Policy Research, UkraineTags: , Daily Views: 1Total Views: 7
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