Ein trauriger Hochzeitstag wird durch Menschen von Graswurzle zu einem interessanten Abend mit viel Austausch.

Veröffentlicht am 22. August 2021 von PA.


Gestern früh stand ich auf und schon zogen dunkle Wolken in meiner Welt auf. Hochzeitstag? Nichts bewegte sich. Im Zimmer meines Mannes war es still.

Als er erwachte, konnte er sich nicht an den Tag erinnern. Später lag er auf dem Sofa mit offenen Augen. Beiden liefen die Tränen über die Wangen, ohne dass wir irgendetwas zueinander sagen mussten. Ja, vor einem Jahr flüsterte ich.

Auch er flüsterte: «Ich habe gar nichts für Dich und würde Dich gerne glücklich machen.» Ich erklärte ihm leise, dass ich, so schwierig es ist, mein Glück in mir finden müsse. In dem Moment verlor ich aber selbst den Mut und sah nur noch einen Berg vor mir. Das Glück in sich selber finden? Danach versuchte ich ihm noch zu erklären, dass er immer noch viel wert sei. Zweifelte aber in dem Moment an meinen eigenen Worten.

Es schien gar nichts mehr zu klappen. So schwieg ich für einen Moment. Später fasste ich meine Einstellung nochmals in Worte und sagte ihm, dass er mir eine Welt geöffnet hätte, die ich vorher nicht kannte. Eine Welt, die nicht mehr nach meiner Nase tanze. Alles brauche nun viel Zeit. Durch seine Krankheit habe ich erfahren, dass vieles mit Hürden und viel langsamer auch möglich ist.

Es wäre schön, wenn es Menschen gäbe, die uns mehr bei unseren Vorhaben unterstützen würden. Zu dritt oder viert geht es einfacher und ist lebendiger. Am Abend kamen die Menschen, die wir vor einer Woche bei einem kleinen Graswurzle Treffen kennengelernt hatten.

Graswurzle Menschen erfreuten uns

Feines euroasiatisches Essen in wunderbarer Gesellschaft.

Bild: Patricia Rutz

Da wir gerne Gesellschaft haben, wollten wir diesen denkwürdigen Tag nicht alleine verbringen. Freunde von früher haben sich zurückgezogen, was auch immer der Grund ist. Ein kurzer Aufruf auf Telegram und schon meldeten sich spontan ein paar Leute. Wir luden sie ein und verbrachten einen wunderschönen Abend zusammen. Der uns so viel bedeutete, dass wir vor Rührung wieder Tränen in den Augen hatten, aber nicht Tränen der Trauer, sondern Tränen der Freude.

Das stelle ich mir unter Vernetzung vor. Wir treffen und helfen einander.



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