Der britische Fernsehsender Sky hat eine Reportage aus dem umkämpften Artjemowsk (Bachmut) veröffentlicht, in der wieder mal zu sehen ist, wie die ukrainische Armee schwere Waffen direkt neben Wohnhäusern platziert, in denen noch Zivilisten leben.

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24. Januar 2023 14:10 Uhr

Dass die ukrainische Armee seit Beginn der russischen Intervention in der Ukraine Zivilisten als Schutzschilde missbraucht, ist vielfach belegt. Ich werde zuerst auf die aktuelle Meldung eingehen und danach eine Auswahl von Beispielen dafür aufführen, dass die ukrainische Armee regelmäßig das Kriegsverbrechen gegen die eigene Bevölkerung begeht, sie als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

Die Reportage von Sky

Der britische Fernsehsender Sky hat am 23. Januar einen Beitrag aus dem umkämpften Artjemowsk (Bachmut) veröffentlicht. Im Netz hat Sky sowohl den zweiminütigen Videobeitrag als auch das Transskript dazu veröffentlicht. In dem Beitrag ist ab Minute 0.45 zu sehen, wie Panzer direkt neben mehrstöckigen Wohnhäusern Deckung suchen. In dem Beitrag wird das wie folgt kommentiert:

„Reihen von Panzern und gepanzerten Fahrzeugen aus der Sowjetzeit sind zwischen den Gebäuden versteckt.“

Dass die Stadt nicht menschenleer ist, sondern dass in den Gebäuden noch Zivilisten leben, wird anschließend in dem Bericht gezeigt. Dass die ukrainische Armee die Wohnhäuser – und damit die Zivilisten – als Schutzschilde gegen russischen Beschuss missbraucht, was gemäß internationalem Kriegsrecht ein Kriegsverbrechen ist, wird in dem Beitrag hingegen nicht erwähnt. Die ukrainische Armee nutzt immer noch die Tatsache aus, dass die russische Armee zivile Opfer nach Möglichkeit zu vermeiden versucht, weshalb die ukrainischen Panzer neben zivilen Zielen wie Wohnhäusern relativ sicher vor russischem Beschuss sind.

Die ukrainische Armee und die menschlichen Schutzschilde

Die ukrainische Armee hat das von Beginn an getan. Das wurde schon im März 2022 aus dem damals umkämpften Mariupol gemeldet, als die ukrainische Armee Zivilisten das Verlassen der Stadt verboten hat. Die Zivilisten wurden in die Keller getrieben und die ukrainische Armee hat Stellung in den Wohnungen darüber bezogen, sodass die russische Armee die ukrainischen Stellungen nicht bombardieren konnte, weil dabei die Zivilisten in den Kellern verschüttet und getötet worden wären. Aus diesem Grund sind in Mariupol kaum Gebäude eingestürzt, sondern „nur“ ausgebrannt, denn sie mussten in blutigen Straßenkämpfen Haus für Haus befreit werden.

Die Medien wussten von dieser Praxis der ukrainischen Armee, haben das aber verschwiegen. Dass die westlichen Medien von den Kriegsverbrechen der ukrainischen Armee wussten, konnte man zwischen den Zeilen durchaus lesen, wie ich an diesem Beispiel aufgezeigt habe.

Gleiches ist bei Asowstal in Mariupol geschehen, wo radikale Kräfte des Asow-Bataillions noch längere Zeit Widerstand geleistet haben. Asow hat Zivilisten in den Kellern des Stahlwerks als menschliche Schutzschilde missbraucht, wie Opfer dieses Verbrechens bei ihrer Befreiung vor den Kameras der internationalen Presse erzählten. Das war so eindeutig, dass Reuters einen Bericht darüber fälschen musste, weil die Wahrheit im Westen nicht berichtet werden sollte. Der Spiegel hat die Reuters-Version des Videos übernommen, aber die Fälschung war so plump, dass der Spiegel das Video wieder gelöscht hat, ohne seinen Lesern jedoch die Wahrheit zu berichten, wie ich hier aufgezeigt habe.

Im August 2022 hat ein Korrespondent der „Welt“ live im Fernsehen aus Kramatorsk berichtet und dabei folgendes erzählt, was sicher rausgeschnitten worden wäre, wenn es keine Live-Schalte gewesen wäre:

„Es ist Fakt, auch das gehört zur Wahrheit dieses Krieges dazu, dass die Ukraine – und das haben wir jetzt schon wiederholt sehen und hören können – ihre Geschütze, ob es Haubitzen sind, ob es Mörser, ob es Granatwerfer sind, dass sie diese auch in Wohngebieten positionieren. Und das oftmals auch in der Nähe von zivilen Einrichtungen, Krankenhäusern etc.“

Die westlichen Medien sind auf die Kriegsverbrechen der ukrainischen Armee jedoch nie eingegangen, auch wenn ihre Korrespondenten darüber manchmal selbst berichtet haben. Stattdessen wurde das als „russische Propaganda“ bezeichnet.

Dass es sich dabei um Kriegsverbrechen handelt, ist nicht meine Behauptung. Auch Amnesty International hat Anfang Augst 2022 über dieses Verhalten der ukrainischen Armee berichtet und von „Kriegsverbrechen“ gesprochen. Anstatt dieses Thema endlich aufzugreifen, haben die westlichen Medien stattdessen einen wahren Shitstorm über Amnesty International hinwegfegen lassen, weil es die Kriegsverbrechen der ukrainischen Armee erwähnt hat.

Das hat System

Das waren keineswegs „Fehler“ von Soldaten oder Kommandeuren vor Ort, sondern das hat in der Ukraine System und wurde von ganz oben angeordnet. Im November 2022 hat der ukrainische Präsident Selensky offen zugegeben, dass er selbst angeordnet hat, dass Zivilisten die Evakuierung aus umkämpften Städten zu verbieten. Damit hat Selensky selbst die russischen Vorwürfe, dass die ukrainische Armee zum Beispiel in Mariupol die Evakuierung von Zivilisten verhindert hat, bestätigt. Er in den Berichten über Selenskys Äußerung hieß es:

„Er sagte, man habe ihm eine „große globale Evakuierung“ vorgeschlagen. „Wer wird dann verteidigen? Sind Sie der Meinung, dass das nur Menschen mit Maschinengewehren tun sollten, die keine Frauen und Kinder haben? Die haben auch Eltern und Familien. Und was motiviert sie auf dem Schlachtfeld?“, begründete Selensky seine Position gegenüber Journalisten während einer Fernsehsendung.“

Aber westliche Medien haben an dieser unmenschlichen und völkerrechtswidrigen Praxis der Ukraine, die sonst nur von Terrororganisationen wie dem IS oder Al Qaida angewendet wird, nichts zu beanstanden. So ist es auch nun wieder im umkämpften Artjemowsk (Bachmut).


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