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Waldbrände rund ums Mittelmeer

Published On: 8. August 2021 18:37

Brandstiftung am Mittelmeer um diese Jahreszeit ist nichts Neues. Aber während früher so Bauland illegal gewonnen wurde, häuft sich nun Brandstiftung, um Windräder in Naturschutzgebiete bringen zu können.

IMAGO / ANE Edition

Wegen versuchter Brandstiftung wurden in Griechenland vier Verdächtige festgenommen. Wie die Greek City Times meldet, wurde eine ausländische Staatsangehörige, die angab, Afghanin zu sein, am Freitagnachmittag im Pedion tou Areos-Park in Athen von einer Polizeistreife verhaftet – wenige Minuten, nachdem in diesem Park ein Feuer ausgebrochen war. Die Afghanin hatte unter anderem zwei Feuerzeuge, Benzin und brennbare Materialien sowie ein Gaskanister zum Befüllen von Feuerzeugen dabei; der Besuch von Parks und Wäldern ist derzeit in ganz Griechenland wegen der Feuergefahr verboten. Das Feuer wurde sofort von der Feuerwehr gelöscht.

Ein 43-jähriger Grieche wurde mittlerweile wegen Verdacht auf Brandstiftung dem Staatsanwalt vorgeführt, nachdem er in Kryoneri östlich von Varybobi festgenommen wurde; dort brennt das größte Feuer noch immer. Der Mann hatte in seinem Haus Streichhölzer, Feuerzeuge, brennbares Material und Walnussschalen aufbewahrt, mit denen man laut Polizei ein Feuer entfachen kann, ohne Spuren zu hinterlassen. Außerdem fanden sie eine kleine Menge unverarbeitetes Cannabis. Freiwillige Feuerwehrleute machten die Behörden auf ihn aufmerksam, weil in der Nähe ein Feuer ohne erkennbare Ursache ausgebrochen war.

Während extreme Wetterbedingungen mit Hitze und Wind anhalten und die Feuer weiterhin entfachen, wird aus Griechenland immer mehr von Brandstiftung berichtet. »Hier werden Feuer gelegt wegen der Windräder, die gebaut werden sollen«, so zitiert die österreichische Kronenzeitung einen Griechen. Der Wald auf den umliegenden Hügeln ist überall Naturschutzgebiet und keiner von uns will diese riesigen Windräder bei uns herumstehen haben – außer denen, die damit Geld verdienen. Und die haben eben nur eine Chance, wenn es diese Wälder nicht mehr gibt.« In diesem Jahr wehe ein besonders heftiger Wind, der die Situation eskalieren ließ.

Besonders heftig brennen Büsche und Bäume auf der griechischen Insel Euböa. Dort löscht im Augenblick keine Feuerwehr, weil fast alle Kräfte nach Athen abgezogen abgezogen wurden. Der stellvertretende Bürgermeister beklagt sich, dass nicht genügend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen, die Einwohner berichten, dass sie in fünf Tagen nur einen einzigen Hubschrauber gesehen haben. Dies bestätigt der Regionalgouverneur von Zentralgriechenland und fordert eine deutlich höhere Anzahl von Feuerlöschflugzeugen.

Die Insel Euböa steht seit langem im Vordergrund des Interesses der Windindustrie. Dort wurden Pläne für gigantische Windanlagen entwickelt, ein Windpark mit 67 Anlagen auf dem Berg Ochi bei Kafireas im Südwesten von Euböa wurde bereits vor zwei Jahren eingeweiht.

Diese gigantischen Anlagen der Windindustrie zerstören viele Naturschutzgebiete und Kulturdenkmäler, selbst der Schutz archäologischer Flächen zählt wenig. Auch viele andere Inseln der Ägäis sollen mit Windrädern zugepflastert werden. Die griechische Umweltbehörde hatte zwar im Gegensatz zu deutschen Umweltbehörden versucht, die Umwelt zu retten, konnte sich allerdings nicht durchsetzen. Da können »warme Abbrüche« schon helfen.

Auch aus Sardinien und dem Süden Italiens werden überdurchschnittlich viele Feuer gemeldet. Fast alle Feuer seien absichtlich gelegt worden, melden Behörden. Von einem »Geschäft mit dem Feuer« reden Experten; Carabinieri melden, dass nur zwei Prozent aller Waldbrände in Italien natürlich ausgelöst werden, zum Beispiel von einem Blitzeinschlag. Den Rest, also 98 Prozent, besorgt der Mensch. 57 Prozent, also knapp zwei Drittel der Waldbrände in Italien sind vorsätzlich gelegt. Immer wieder werden Brandstifter festgenommen, denen in Italien bis zu zehn Jahren Haft droht.

Interessengeleitete Brandstiftung auch dabei?

Schon beinah traditionell zu nennen ist vorsätzliches Feuerlegen vor allem der Mafia, der die meisten Brände zugeschrieben werden. Früher wurden die meisten Brände gelegt, um Bauland zu schaffen. Doch seit 2000 dürfen abgebrannte Landschaftsschutzgebiete 15 Jahre lang nicht als Baugebiete genutzt werden. »Interessant« ist auch dort das Abbrennen in Landschaftsschutzgebieten geworden, um Flächen für Windräder freizulegen.

Während in Griechenland Feuerwehr und Polizei mit internationaler Hilfe Feuer bekämpfen, sieht es in der Türkei anders aus. Dort zerstören Feuer Urlaubsorte, Touristen müssen evakuiert werden. Es herrscht Empörung darüber, dass kein einziges Feuerlöschflugzeug der Türkei einsatzfähig ist. Die Türkei musste, wie Präsident Erdogan bestätigte, von Russland drei Löschflugzeuge anmieten. Der Oppositionsabgeordnete Mürsel Alban warf Erdogan vor, er habe sich zwar in Marmaris eine Sommerresidenz mit 300 Zimmern bauen lassen, doch für die Brände gebe es keine Löschflugzeuge. Seit einer Woche wüten an der türkischen Mittelmeerküste heftigere Brände als sonst. Feriengäste mussten vor den Feuern in Sicherheit gebracht werden.

Erdogan selbst versprach den Bewohnern schnelle Hilfe und warf bei einer Fahrt durch die betroffenen Gebiete gnädig Päckchen mit Tee aus einem Bus.

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