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Showdown um testfreie und maskenlose Schulen in Österreich

Eine Lehrergewerkschaft mobilisiert gegen Normalität in der Schule ab dem Herbst. Auch der Bildungsminister spricht von Maskenpflicht. Zugleich kämpft die Opposition um eine Schule frei von Covid-Restriktionen.

In etwa einem Monat beginnt das neue Schuljahr. Und der Kampf um Normalität im Schul-Herbst scheint nun richtig loszugehen. Im Windschatten von Deutschland – dort dürften Kinder auch diesen Herbst maskiert werden – preschte auch Österreichs Bildungsminister Martin Polaschek vor.

Masken in der Schule „anzunehmen“

Er ist offenbar auf Linie mit Deutschland und will plant eine Maskenpflicht in der Schule. Die Nutzlosigkeit und mögliche Gesundheitsgefährdung von Masken sind vielfach erwiesen, doch das scheint egal. Denn Masken seien beim Schulstart „wieder anzunehmen“, sagt Polaschek. Die Vorschriften des Schulalltags werden aber erst eine Woche vor dem Start vorgestellt werden. Also in rund drei Wochen.

Die erste Lehrergewerkschaft wettert indes lautstark gegen Johannes Rauch. Dessen „Stufenplan“ sieht bei der aktuellen Variante eigentlich einen Schulstart ohne Covid-Vorschriften vor. In einem offenen Brief beklagt sich die Lehrergewerkschaft ÖLI bei Polaschek über Johannes Rauch. Man wirft dem Gesundheitsminister sogar „Rechtsbruch“ durch die neue Quarantäne-Verordnung vor. Mit dieser absoluten Verdrehung argumentieren aktuell einige Rauch-Kritiker: Nicht die Corona-Quarantäne ist rechtlich heikel, sondern ihre Abschaffung. Eine Höhepunkt der „Neuen Normalität“.

Die Gewerkschaft will klare und „vernünftige Schulregeln“, schreibt man selbst. Was man darunter versteht, wird beim Lesen des Briefes schnell klar: Tests und Masken für die Schule. Der Gesundheitsminister ist für die ÖLI offenbar ein gefährlicher „Schwurbler“.

Petition braucht Unterschriften

Auf der anderen Seite hat eine Gruppe um Martin Sprenger Ende Juli eine Petition gestartet. Sie fordert unabhängig vom Infektionsgeschehen die Schulen in Ruhe zu lassen. In wenigen Wochen wird man die Unterschriften Kanzler, Gesundheitsminister und Bildungsminister vorlegen.

Bisher haben 16.000 Personen unterschrieben. Die Gruppe kämpft offenbar damit, dass zu wenige Menschen von ihrer Initiative wissen. Aktuell ruft man Unterstützer auf, Freunde und Bekannte über die Petition zu informieren (Hier zu finden).

Es dürfte also nicht nur zu einer Debatte aus Zivilgesellschaft und Lehrkörper kommen, sondern auch zu einem Konflikt zwischen Bildungs- und Gesundheitsministerium. In Bayern, wo Markus Söder nun von der ZeroCovid-Linie der Ampelregierung abrückt, nachdem Lauterbach das Ministerium von der CDU/CSU übernommen hat, wurde bereits versichert, die Schulen normal starten zu lassen.

Der Schlagabtausch um die Schulen begann auch schon auf anderer Ebene: In Oberösterreich hat bereits angekündigt, mit dem neuen Schuljahr zügig wieder mit dem Impfbus vor der Schule vorzufahren. TKP hatte darüber berichtet – innerhalb der Opposition herrscht seither Empörung.

Ein Monat vor dem Schulbeginn spitzt sich die Debatte also zu. Schulen, die test-frei und maskenlos starten, sind noch keineswegs gesichert. Auch ein Konflikt zwischen Polaschek und Rauch könnte sich entfachen.

Bild AkbaraliSchool Classroom seating arrangements during the time of covid 19 UAECC BY-SA 4.0

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AUTOR

Thomas Oysmueller

DATUM

August 6, 2022

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